
Protest für höhere Löhne: Am Montag bleiben viele Apotheken bundesweit zu – auch in Berlin und Brandenburg. In der Hauptstadt gingen zudem Tausende auf die Straße.
Tausende Menschen sind am Montag in Berlin auf die Straße gegangen, um gegen die angespannte finanzielle Lage der Apotheken zu protestieren. Auf dem Potsdamer Platz versammelten sich nach Polizeiangaben rund 3.000 Teilnehmer. Die Polizei bezeichnete die Aktion als laut und friedlich. Auf Plakaten waren Slogans zu lesen wie „Apotheke gibt’s nicht zum Nulltarif“.
Aufgerufen zu dem bundesweiten Protesttag hatte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. In Berlin und Brandenburg blieben wie im gesamten Bundesgebiet am Montag viele Apotheken geschlossen. Für dringend benötigte Medikamente stehen Notdienst-Apotheken zur Verfügung, wie es hieß.
Verband: Insbesondere Apotheken auf dem Land kämpfen
Der Bundesverband beklagt unzureichende wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Apotheken und eine anhaltende Schließungswelle, wie Anke Rüdinger, Vorsitzende des Berliner Apotheker-Vereins im Vorfeld sagte: „Wer die Vor-Ort-Apotheken weiter wirtschaftlich ausbluten lässt, gefährdet die flächendeckende, sichere und schnelle Arzneimittelversorgung für Bürgerinnen und Bürger.“
Die Brandenburger Landesverbandschefin Andrea König sagte: „Viele Apotheken in Brandenburg befinden sich in einer existenzbedrohenden Situation, weil sie chronisch unterfinanziert sind.“ Das Honorar für die Abgabe rezeptpflichtiger Medikamenten sei seit 13 Jahren nicht mehr gestiegen, sagte sie, wohl aber Löhne und Kosten.
In Berlin mussten den Angaben zufolge in dieser Zeit rund 20 Prozent der Apotheken schließen. Auch in Brandenburg gingen Jahr für Jahr immer mehr Apotheken verloren. Gab es in Brandenburg im Jahr 2013 noch 580 Apotheken, sind es aktuell nur noch 526. Eine Herausforderung für Apotheken vor Ort sind etwa Online-Apotheken.
Sendung: rbb24 Inforadio, 23.03.2026, 13:00 Uhr