Fragen & Antworten

Standdatum: 23. März 2026.

Autorinnen und Autoren:
Alexander Schnackenburg

Audio

Ein Protestplakat mit der Aufschrift "Sparpolitik gefährdet Ihre Gesundheit. Uns gibt’s nicht zum Nulltarif!" hängt im Schaufenster einer Apotheke.

Die Apotheker weisen bei ihren Protesten darauf hin, dass sie die flächendeckende Versorgung mit Apotheken gefährdet sehen.

Bild: dpa | Fernando Gutierrez-Juarez

Audio-Ende

Hohe Kosten, niedrige Honorare: Bundesweit fühlen sich Apotheker in ihrer Existenz bedroht. In Bremen, Bremerhaven und Niedersachsen bleiben deswegen heute viele Apotheken dicht.

Viele Apotheken in Bremen, Bremerhaven und umzu bleiben an diesem Montag dicht. Bundesweit ruft die Apothekerschaft für den 23. März zum Protesttag auf. Die Pharmazeuten wollen damit auf ihre schwierige wirtschaftliche Lage aufmerksam machen. Allein im Land Bremen haben laut Apothekerkammer in den letzten zehn Jahren 34 Apotheken schließen müssen. Das steckt dahinter:

Eingang Raths-Apotheke am Bremer Markt mit Plakaten

Bremens Apotheker werden am Montag nicht zum ersten Mal protestieren. Unser Foto von der geschlossenen Rats-Apotheke in Bremens Innenstadt entstand bei den Protesten im Juni 2023.

Bild: Radio Bremen | Inès Schumann

Welche Apotheken haben am Montag geöffnet?

Für Bremen übernehmen die Fontane-, die Hubertus-, die Vitalis- und die Schwaneweder Schwan-Apotheke den Notdienst, für Bremerhaven die Nordsee-Apotheke.
Etwa zwei Drittel der Apotheken Bremens und Bremerhavens werden am Montag geschlossen bleiben, schätzt die Apothekerkammer Bremen.

Weshalb protestieren die Apotheker?

Hauptgrund des Protests ist das seit Jahren stagnierende Honorar bei gleichzeitig stark gestiegenen Kosten, sagen der Landesapothekerverband Niedersachsen und die Apothekerkammer Bremen. Sie bekämen 8,35 Euro pro rezeptpflichtigem Arzneimittel von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet – seit 2013. Doch innerhalb der vergangenen 13 Jahre seien die Gesamtkosten in den Apotheken um 65 Prozent, die Personalkosten um 80 Prozent gestiegen.

Wie ist die Lage im Land Bremen?

Besonders schlecht, sagt Carola Schwirblat, die Sprecherin der Apothekerkammer Bremen. Zurzeit gebe es 118 Apotheken im Land Bremen. Im Jahr 2010 seien es noch 174 gewesen, fügt sie hinzu. Das entspricht einem Rückgang um knapp ein Drittel. „Bremen hat somit bundesweit die niedrigste Apothekendichte“, so Schwirblat. Sie liege bei 16 Apotheken pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

Der Bundesschnitt betrage etwa 20 Apotheken pro 100.000 Einwohnern. Und in der gesamten Europäischen Union liege die durchschnittliche Apothekendichte bei 31 Apotheken pro 100.000 Einwohnern.

Video

Bild: Radio Bremen

Video-Ende

Quelle:
buten un binnen.

Dieses Thema im Programm:
butenunbinnen.de, Dein Audio Update, 20. März 2026, 6:52 Uhr