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Der Bundesliga-Aufstieg mit Hannover 96 war das erklärte Ziel – doch jetzt herrscht beim Zweitligisten das totale Chaos. Am Sonntagabend gab der Klub die Trennung von Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke (62) bekannt. Ausgerechnet für leitende Angestellte wie Sportdirektor Ralf Becker (55) und Trainer Christian Titz (54) kam das Aus wie aus dem Nichts. Noch am Freitagabend hatten alle gemeinsam den Derby-Sieg gegen Eintracht Braunschweig (1:0) gefeiert. Die Zusammenarbeit sei „einvernehmlich“ beendet worden, teilte der Klub mit. SPORT BILD weiß, was wirklich hinter dem Boss-Beben steckt.
In einer Aufsichtsrats-Sitzung soll es zuletzt heftig gekracht haben. Bei der Diskussion über die künftige Ausrichtung des Klubs forderte Schmadtke mehr Geld – der aktuelle Personaletat der Roten liegt bei rund 18 Mio. Euro. Der Sport-Boss pochte auf eine deutliche Erhöhung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Hauptgesellschafter Martin Kind (81), Gregor Baum (59) und Dirk Roßmann (79) wollten dem nicht ohne Weiteres zustimmen. Der Bruch war besiegelt.
Jörg Schmadtke: Die Wahrheit hinter dem Hannover-Aus
Dabei war die Entscheidung schon vor dem Derby gefallen. Öffentlich machte Hannover 96 das Schmadtke-Aus erst am Sonntag – in einer lediglich neunzeiligen Mitteilung: „Hannover 96 und Jörg Schmadtke beenden ihre Zusammenarbeit einvernehmlich zum 31. März 2026.“ In dem komplizierten Vereinskonstrukt muss die Geschäftsführung von der Hannover 96 Management GmbH – je zwei Vertreter von Profifirma und Stammverein – berufen und abberufen werden. Zuvor hatten die Gremien zugestimmt.
Schmadtke hatte den Posten erst zum 1. Januar als Nachfolger von Marcus Mann (42/Salzburg) übernommen – nach einem Hilferuf von 96-Geldgeber Kind. „Ich hatte das Gefühl, bei Hannover 96 sind Menschen, die ich mag und die ich unterstützen kann“, sagte Schmadtke damals. Für den Manager war es bereits die zweite Station bei den Roten – zwischen 2009 und 2013 hatte er den Klub mit Trainer Mirko Slomka (58) zweimal in die Europa League geführt.
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Quelle: BILD/AP/X23.03.2026
Sein zweiter 96-Job endete nach nur 81 Tagen. Schmadtke fremdelte offenbar von Beginn an mit den Gegebenheiten. Die von Vorgänger Mann vorbereiteten Winter-Transfers setzte er um – teilweise gegen die eigene Überzeugung. Mit Sportdirektor Becker tauschte er sich kaum aus, machte meist einen großen Bogen um den Mann-Vertrauten. Trainer Titz beäugte er kritisch, hinterfragte permanent Spielweise und Mannschaftsführung. Bei einem verpassten Aufstieg hätten beide wohl keine Zukunft unter Schmadtke gehabt.
Am Ende erkannte Schmadtke, dass er den internen Kampf um mehr Geld und eine andere sportliche Ausrichtung nicht gewinnen würde. Nach nur drei Monaten zogen beide Seiten die Reißleine.