Bereits vor dem 19. Spieltag der Kreisliga A, Staffel 1, Stuttgart/Böblingen hat Coach Mehmeti beim TSV Mühlhausen verlängert und feiert mit den Seinen dann einen wichtigen Keller-Sieg. Derweil kocht ein Coach vor Wut und ärgert sich mächtig über den Unparteiischen.

TSV Münster – SportKutlur Stuttgart 3:2

Der TSV Münster wartete im Heimspiel mit einem neuen Trainer, besser gesagt mit gleich zwei auf. Angelo Nigro wurde befördert, rückt von dem B- ins A-Team auf. Seinen Ehemals-Platz übernimmt ein Externer: Ivo Ilijasevic. Dieser war noch in der Vorrunde für den Münsterer Liga-Rivalen TB Untertürkheim zuständig, wurde dann aber entlassen. Ilijasevic’ Premiere bei den Grünhemden wurde aber verschoben. Grund: die SportKultur-Reserve sagte kurzfristig die Partie ab.

Angelo Nigro tritt die Nachfolge von Uwe Braun an, der zum Rückrundenstart hingeschmissen hatte. Drei Spiele lang stand Michael Bodendorfer interimsweise auf der Kommando-Brücke, gab nach drei Siegen am Stück nun an Nigro ab. Der 40-Jährige hatte seine erste Trainerstation beim SV Prag, war danach bis zum Corona-Abbruch ein halbes Jahr bereits bei Münster II aktiv, wechselte dann für vier Jahre zum VfB Obertürkheim, und war seit dieser Saison wieder für die Münsterer Zweitvertretung zuständig. Auf Nigro fiel die Wahl, weil „er die Mannschaft kennt, sich nicht erst einleben muss und nahtlos am Jetzigen anknüpfen kann“, sagt der TSV-Abteilungsleiter Benjamin Beck. Nigro, der Uwe Braun bereits unterstützte und auch bei einer Erste-Mannschafts-Partie schon die Verantwortung hatte, äußert sein klares Ziel: „Nicht schlechter als der jetzige zweite Platz und aufsteigen.“ Freilich, sein Einstieg als offizieller Coach des TSV Münster I verlief am Sonntag etwas holprig, „die Gäste haben uns viel abverlangt“, gibt es zu. Jedoch: „Drei Punkte haben wir, das ist das wichtigste.“

Schwer taten sich die Kicker vom Viadukt auch deshalb, weil die Gäste laut Nigro am Sechzehner eine Fünfer-Kette aufbauten, davor eine Vierer-Kette und „vorne beschäftigte uns der starke Stürmer Elias Tweneboa“. Auch wenn der Tabellenzweite sich schwertat, durch die engmaschige SportKultur zu kombinieren, trafen Rifki Djelassi, Mate Herceg und Ferid Djelassi zum 3:2-Sieg. Für die Gäste besorgte Ahmet Celikkaya die Pausenführung, Tweneboa glich neun Minuten vor Schluss aus – letztlich war das aber für ein Remis zu wenig.

Obwohl die Punkteteilung aus Sicht von SportKultur-Coach Ender Mermer „völlig verdient“ gewesen wäre. Aber: Seine Mannschaft verfiel erneut in ähnliche Verhaltensmuster. Nach der Führung per direkt verwandeltem Freistoß von Ahmet Celikkaya, „verpassen wir wieder die Möglichkeit auf das 2:0 und nach unserem Ausgleich zum 2:2 bekommen wir postwendend, erneut nach einem Fehler, wieder ein Gegentor“, ärgert sich Mermer, der ansonsten „sehr zufrieden“ mit seinem Team war.

Tore: 0:1 Celikkaya (44.), 1:1 Rifki Djelassi (47.), 2:1 Herceg (66.), 2:2 Tweneboa (81.), 3:2 Ferid Djelassi (83.).

Besonderes:

TB Untertürkheim – TSV Mühlhausen 0:4

Vor dem Spiel war es schon beschlossene Sache: Armend Mehmeti hat beim TSV Mühlhausen um ein weiteres Jahr verlängert, geht dort in seine dritte Saison. In welcher Liga er in der kommende Runde die Mühlhausener anleiten wird, das steht noch nicht fest. Jedoch arbeitet sein Team stark daran, dass es auch weiterhin in der Kreisliga A sein wird. Dafür hat sie das wichtige Spiel beim TBU, oder das „Überlebensspiel“, wie es Mehmeti bezeichnet, eindrucksvoll gewonnen. „Von der ersten Minute an sind wir aggressiv angelaufen, haben hoch gepresst und so die gefährlichen langen Bälle des TBU verhindert, diesen zu keiner Zeit zur Entfaltung kommen lassen“, freut sich Mehmeti – und dann auch schnell mit Toren für klare Verhältnisse gesorgt. Nach 32 Minuten stand durch den Doppelpacker Lorik Bytyci, Moritz Parzer und Daniel Gonzales der Endstand bereits fest. Einziger Kritikpunkt Mehmetis an die Seinen: „Wir hätten das Ergebnis noch klarer entscheiden müssen.“ Wobei: Klagen möchte er nicht, denn ein Dreier, egal mit welchem Ergebnis, war, wie gesagt, überlebenswichtig. Bei einem TBU-Sieg hätte dieser nämlich mit Mühlhausen auf dem Relegationsplatz gleichziehen können und wäre der Abstand zum ersten Nichtabstiegsplatz schon auf acht Zähler angewachsen.

Tore: 0:1 Bytyci (10.), 0:2 Bytyci (21.), 0:3 Parzer (24.), 0:4 Gonzalez (32.).

Besonderes:

SG West – SC Stammheim 2:4

Was ist denn mit dem Schlusslicht SC Stammheim los? Nach Spieltagen des Grauens, dann in der Vorwoche ein 1:1 gegen Zazenhausen und nun ein Sieg gegen West. Der letzte Dreier der Truppe um Trainer Stefan Diesing datiert vom 19. Oktober 2025, ein 4:3-Erfolg über Mühlhausen. Der aktuelle Sieg sei verdient gewesen, die Verletzten kehrten wieder zum Kader zurück und vor allem machten sich die Winterneuzugänge bemerkbar, sagt Diesing. Diese, namentlich Alexander Schönfeld, Silvio Tsiapi – beide trafen gegen West – sowie Torhüter Antonios Petridis, würden viel Routine mitbringen und das habe dem sehr jungen Team bislang gefehlt, weiß der SC-Coach. Zudem schnürte bis zur 4:0-Stammheim-Führung Nikitas Skordoulis einen Doppelpack. Ein Manko besteht aber weiterhin: „Nach 70 Minuten geht uns die Puste aus.“ Ab diesem Zeitpunkten verkürzten die Hausherren durch Denis Schmidt per Foulelfmeter und Andreas Papp noch bis auf 2:4.

Derweil bezeichnet West-Spielertrainer Benedikt Goos die eigene Leistung folgendermaßen: „Aus Unvermögen verdient verloren.“ Vor allem meint er damit die Anfangs-Halbe-Stunde, die „noch gut von uns war und wir es x-mal versäumt haben, in Führung zu gehen. Dann wäre die Partie in unsere Richtung gelaufen“, ist sich Goos sicher. Der gravierendsten Fehlversuche der Westler ereignete sich kurz vor der Gästeführung, verursacht von Nico Müller. „Freistehend aus fünf Metern zielgerichtet nicht ins Netz, sondern direkt in die die Arme des Gästekeepers geköpft“, ärgert sich Goos.

Tore: 0:1 Skordoulis (27.), 0:2 Tsiapi (44.), 0:3 Skordoulis (54.), 0:4 Schönfelder (68.), 1:4 Schmidt (76./Foulelfmeter), 2:4 Papp (83.).

Besonders:

Beograd Stuttgart – SV Prag 2:1

Der Klassenprimus Beograd war nach dem klaren Prager 6:3-Sieg über Türkspor in der Vorwoche gewarnt . Und tatsächlich forderte der Tabellenelfte dem Spitzenreiter einiges ab. „Gegen einen Tabellenführer treten die Gegner immer mit einer zusätzlichen Dosis Motivation an“, sagt Beograds Coach Ratko Milic, spricht den Pragern zudem ein Sonderlob aus: „Eine junge, dynamische Truppe“. Und wenn er schon mal am Lobverteilen ist, bekommt auch sein Team eines ab: „Es lässt sich im Team die Siegermentalität deutlich erkennen.“ Wieder war es Beograds Torjäger Nikola Lakovic, der sich zum 1:0 gratulieren ließ. Der Führende der Liga-Schützenliste steht damit bei 26 Toren. Dieses Mal war er vom Punkt aus erfolgreich, verwandelte einen „fragwürdigen Handelfmeter“, so das Urteil von Prags Coach Frederik Bruder nach dem Anschauen des Videos vom Spiel. Gleichwohl er mit „der Leistung meiner Jungs sehr zufrieden war, einzig die Chancenverwertung in der ersten Hälfte kreide ich ihnen an.“ Apropos Chancenverwertung. In diesem Bereich sieht Milic die Seinen klar im Vorteil und deshalb habe man auch verdient gewonnen. Den zweiten Treffer zum Endergebnis steuerte Phil Schmidt bei, zum zwischenzeitlichen Ausgleich traf Otis Raiser. Letzterer hat mittlerweile stolze 21 Saison-Tore auf seinem Zähler.

Tore: 1:0 Lakovic (18./Handelfmeter), 1:1 Raiser (50.), 2:1 Schmidt (52.).

Besonderes:

Türkspor Stuttgart – SSV Zuffenhausen 5:1

Da hat doch Memik Erdogan mal wieder Grund zum Strahlen. „Endlich hat die Mannschaft gezeigt, was in ihr steckt und endlich ist sie wieder als Einheit aufgetreten“, sagt der Trainer von Türkspor Stuttgart. Sein gegenüber Nevzat Dursun hat das ganz anders gesehen, sah Türkspor erst deutlich stärker, nachdem sie nach Wiederanpfiff mit 2:1 in Führung gegangen seien. „Durch den Gegentreffer gingen bei uns einmal mehr die Köpfe nach unten und ab der 60. Minute zusätzlich auch noch die Puste aus“, sagt er. Dann hätte Türkspor genug Raum gehabt und dies ausgenutzt. „Die Qualität haben sie eben dann.“ Vor allem ein Akteur machte sich dies zu eigen und hält bislang auch Wort: Ex-Profi Shkemb Miftari. Mit vier Toren, darunter ein lupenreiner Hattrick binnen 15 Minuten, ist er damit – wie er im Interview dieser Zeitung gesagt hat – auf Kurs. um in jedem Spiel zu treffen. Aktuell liegt er deutlich drüber: Vier Einsätze, zehn Buden.

Doch soweit hätte es laut dem Zuffenhausener Trainer, der unter anderem bis zur Pause auf die im Stau steckenden Stammspieler Orhun Öztürk und Vojislav Jovanovic verzichten mussten, gar nicht kommen müssen. In der ersten Hälfte sei seine Mannschaft das bessere Team gewesen, hätte es aber verpasst, nach der Führung von Dennis Klose das Ergebnis auszubauen.

Tore: 0:1 Klose (27.), 1:1 Miftari (34.), 2:1 Miftari (48./Foulelfmeter), 3:1 Miftari (51.), 4:1 Miftari (63.), 5:1 Korkmaz (90.). Besonderes:

TV Zazenhausen – TSV Weilimdorf II 5:2

Jürgen Zeyer, der Coach des TSV Weilimdorf II, fasst den Auftritt der Seinen wie folgt zusammen: „Wären wir an diesem Sonntag lieber auf dem Sofa geblieben und hätten eine Netflix-Serie geschaut.“ Soll heißen: Es lief nahezu alles schief für die Nord-Stuttgarter, was schief laufen kann. „Wobei, wir uns das selbst zuzuschreiben haben“, weiß Zeyer. Vor allem den Platzverweis des eigenen Torhüters Andreas Moderau nach 19 Minuten. Bei einem zu kürzen Rückpass eines Verteidigers stürmte dieser aus seinem Gehäuse, kam zu spät und foulte einen Zazenhausener außerhalb des Strafraums. Die Folge: Rote Karte. „Völlig gerechtfertigt“, konstatiert Zeyer. Christian Stagel Alberto verließ den Platz, Ersatzkeeper Nabil Khalifa Qiouami kam. Der Platzverweis war für Gastgeber-Trainer Stefan Schuon auch der Gamechanger. Denn aus dem „Rote-Karte-Freistoß“ resultierte der Treffer zum 1:1-Ausgleich durch Sören Frank. Der einzige Gäste-Glücksmoment am Sonntag ereignete sich nämlich früh im Spiel, bereits in Minute zwei. Ein Zazenhausener köpfte seinem Mitspieler im Strafraum den Ball an den Arm. Es gab, „zurecht“, weiß Schuon, Elfmeter und Denis Windhager verwandelte.

„Nach dem Ausgleich waren wir voll im Spiel und haben die Überzahl genutzt“, sagt Schuon. Vor allem in Minute 44, als den Hausherren durch Fidan Ademaj und Yahya Wandawi ein 60-Sekunden-Doppelschlag gelang. Erstgenannter spielt eigentlich in der TVZ-Zweitvertretung. Da Schuon aber auf fünf Stammspieler verzichten musste, hat der Offensivmann „dankenswerter Weise ausgeholfen, musste gleich beginnen und hat prompt getroffen“. Ähnliches gilt für Malte Schuck, der aus Thüringen kommt, ein Zweitspielrecht besitzt und eigentlich nur mittrainiert. Dessen Startplatz war in der Innenverteidigung.

Weilimdorf gelang vor dem Pausenpfiff zwar durch Fatih Mert noch der Ausgleich. Doch die weitere Aufholjagd vermasselten sich die Gäste passend zum gebrauchten Tag selbst: Max Hoffmann traf nach 56 Minuten zur Entscheidung ins eigenen Netz.

Tore: 0:1 Windhager (2./Handelfmeter), 1:1 Frank (21.), 2:1 Kellner (35.), 3:1 Ademaj (44.), 4:1 Wandawi (44.), 4:2 Mert (45.), 5:2 Hoffmann (56./Eigentor).

Besonderes: Rote Karte für Weilimdorfs Torhüter Moderau (19./Notbremse).

TV89 Zuffenhausen – Sportvg Feuerbach 3:2

Sven Damnig musste nach der Partie erstmal wieder eingefangen werden. Völlig aufgebracht war der Coach über die Leistung des Unparteiischen. Er habe Respekt vor jedem Schiedsrichter, wisse, wie schwer eine Partie zu leiten sei. „Doch wenn man so massiv wie dieser Unparteiische in den Spielausgang eingreift, dann muss man das auch mal sagen dürfen“, sagt Damnig auch noch einen Tag nach der Partie. Unterstützung bekommt der Talkrabben-Übungsleiter von seinem Amtskollegen Umut Yürük. „Ich kann Sven verstehen, in der ersten Hälfte hat er fast alles für uns gepfiffen und sein Bewegungsradius war wohl aufgrund seines Alters auch sehr, sehr gering.“ Zum Beispiel sei er bei der 1:0-Gästeführung von Eric Gurcsh weit ab des Geschehens gestanden – „und zwar an unserem Strafraum. „Aus dieser Entfernung hat er viele Entscheidungen – hüben wie drüben – gefällt, die dann zum Teil völlig daneben waren“, schimpft Damning. Besonders geärgert hat ihn der Handelfmeter gegen sein Team zum 2:2. „Das war absolut keiner“, so Damnig, während Yürük diese Entscheidung des Schiris „für richtig“ hält.

Insgesamt verspielten die Feuerbacher eine 2:0-Führung nach 51 Minuten – es traf noch Marin Pranjic. Zuffenhausen sei in der letzten halben Stunde zwar stärker gewesen und ein 2:2 hätte dem Spielverlauf entsprochen, bilanziert Damnig und fügt aber auch an: Mehr aber auch nicht. Yürük sah indes einen „verdienten Sieg“ der Seinen, weil „wir generell besser im Spiel waren, aber lange Zeit einige Chancen liegen gelassen haben“. Anders ab der 70. Minute, da zielten die Gastgeber genau – Marwan Moutot, Anik Ilkhan per „Debatten-Handelfmeter“ und Erdem Erarslan drehten die Partie noch zugunsten der Heimelf.

Tore: 0:1 Gursch (7.), 0:2 Pranjic (51.), 1:2 Marwan Moutot, 2:2 Ilkhan (86./Handelfmeter), 3:2 Erarslan (90.).

Besonderes:

SG Weilimdorf – TSV Uhlbach 8:5

Wahnsinn pur in Weilimdorf am Tag der offenen Tore!!! „Für die Zuschauer ein Spektakel, die Abwehrreihen haben sich aber nicht mit Ruhm bekleckert“, sagt Weilimdorfs Spielleiter Philip Baltsios. Ähnlich sieht es auch Ulbachs Spielertrainer Joshua Menger, wobei sich seine Abwehr vor allem in den ersten 26 Minuten noch in der regungslosen Tiefschlafphase befand. Zweimal Kilian Bruckner, zweimal Argon Gasherri und es hieß zu diesem Zeitpunkt 4:0 für die Gastgeber. „Die langen Bälle hinter die Kette konnten wir gar nicht verteidigen, waren absolut nicht auf der Höhe“, so Menger. So dachte sich Baltsios zu diesem Zeitpunkt noch: Juhu, das wird ein entspannter Nachmittag, um sieben Minuten vor Schluss beim Stand von 7:5 dann doch noch zittern zu müssen. „Es beschlich mich das schlechte Gefühl, dass in dem wilden Spiel immer noch was passieren kann.“ Tat es dann auch, jedoch bedeutete das 8:5 für Weilimdorf durch Martin Schdanowitsch in der Nachspielzeit den Schlussakkord des 13-Tore-Spiels.

Indes konnte Menger der Partie wenigsten eine gute Sache abringen. „Wir haben uns nach dem 0:4 nicht aufgegeben, konnten auf 3:4 verkürzen, haben dann aber wieder Fehler gemacht, die Weilimdorf zum Erhalt des sicheren Vorsprungs nutzte.“

Tore: 1:0 Bruckner (6.), 2:0 Gaxherri (12.), 3:0 Gaxherri (24.), 4:0 Bruckner (26.), 4:1 Sponer (30.), 4:2 Thöne (54.), 3:4 Ogayo (56.), 5:3 Janik (60.), 6:3 Dietzhausen (66.), 6:4 Ogayo (71.), 7:4 Legrand (75.), 7:5 Menger (83.), 8:5 Schdanowitsch (90. + 3).

Besonders: