Russland will mit dem Ende der ISS seine eigene Raumstation betreiben. Wie der Chef des Kosmonautentrainingszentrums Oleg Kononenko gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Tass erklärte, soll die letzte russische Besatzung der ISS auch die erste Besatzung der geplanten russischen Orbitalstation (ROS) sein. „Die ISS wird voraussichtlich bis 2030 in Betrieb bleiben, und ihr Wiedereintritt in die Erdatmosphäre beginnt dann im Jahr 2030“, so Kononenko.

Roskosmos baut neue Station an der ISS zusammen

Die ersten Segmente der neuen Station sollen am russischen Segment der ISS angedockt und in Betrieb genommen werden. Das umfasst im wesentlichen die Module Sarja, Swesda, Nauka und Rasswet, die für Energieversorgung, Lebenserhaltung, Forschung und Kurskorrekturen zuständig sind. „Dieses Modulbündel wird dann gegen Ende der Betriebszeit der ISS wieder abgekoppelt“, erklärte Kononenko gegenüber Tass.

Der Start des ersten Moduls für die neue Station soll laut Roskosmos 2028 erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt will die Agentur „mit dem schrittweisen Absenken der Station in die Erdatmosphäre beginnen, der anschließende Sturz in den Ozean ist für 2030 geplant“, wie Roskosmos-Chef Dmitri Bakanow laut Tass in einem Interview für das russische Journal Razvedchik (die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift des russischen Auslandsgeheimdiensts) erklärte.