Tempolimits, Fahrverbote und mehr Energiewende
Behörde legt Plan gegen historische Krise vor
23.03.2026 – 19:57 UhrLesedauer: 4 Min.
Tankstelle zeigt hohe Preise: Die Welt steuert auf eine neue Energiekrise zu. Die Energiebehörde schlägt Gegenmaßnahmen vor. (Quelle: IMAGO/Steven Mohr/imago)
Da sich im Iran-Krieg noch immer keine Entspannung abzeichnet, warnt die Internationale Energieagentur vor der größten Energiekrise der Geschichte. Und sie ruft Regierungen zum Handeln auf.
Dabei werden sich die realen Engpässe erst in den kommenden Tagen erstmals bemerkbar machen. Die letzten Tanker, die vor Kriegsbeginn die Straße von Hormus durchquert haben, erreichen in diesen Tagen noch ihre anvisierten Ziele. Vieles spricht dafür, dass nach dieser Woche kein oder kaum noch Nachschub kommt und die Preise noch einmal deutlich steigen, wenn sich keine Lösung im Konflikt abzeichnet.
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Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt vor der schwersten Energiekrise der Geschichte und bereitet sich darauf vor, noch mehr Öl aus den strategischen Reserven freizugeben. Vor zwei Wochen hatten die IEA-Mitgliedsländer bereits eine historische Menge an Öl freigegeben – doch der Effekt verpuffte an den Märkten. IEA-Chef Fatih Birol erklärte am Montag, die Energiekrise könnte schwerer ausfallen als die beiden Ölschocks der 1970er-Jahre und die Ukraine-Krise zusammen. Noch dazu droht US-Präsident Donald Trump mit Angriffen auf Energieanlagen im Iran – der wiederum kündigt Vergeltung an.
Aufgrund der sich hochschaukelnden Rhetorik legte die IEA am Wochenende einen Zehn-Punkte-Plan vor, wie Regierungen jetzt handeln könnten, um möglichst viel Öl und Gas einzusparen. Die Empfehlungen basieren zum Teil auf Erfahrungen aus vorangegangenen Energiekrisen, wie dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Jahr 2022 oder den Ölpreiskrisen der 1970er-Jahre, die ebenfalls durch Konflikte im Nahen Osten verursacht wurden.
Diese zehn Maßnahmen sollten Regierungen weltweit nach Ansicht der Energiebehörde so schnell wie möglich umsetzen:
Die meisten Vorschläge beziehen sich auf den Straßenverkehr, der rund 45 Prozent des globalen Ölverbrauchs ausmacht. Die Empfehlung für mehr Homeoffice könnte den privaten Ölverbrauch um bis zu 20 Prozent reduzieren, so die IEA. Weitere fünf bis zehn Prozent könnten durch die Einführung von Tempolimits auf Autobahnen eingespart werden; die Energiebehörde empfiehlt hier eine Reduktion um 10 km/h.
Auf vielen deutschen Autobahnen würden also 110 km/h statt 120 km/h als Tempolimit gelten. Diese Maßnahme ist auch schon erprobt: In der Ölkrise 1973 haben Länder wie Frankreich und Deutschland solche Tempolimits eingeführt. In Deutschland hingegen gab es die sogenannten Sonntagsfahrverbote, als an vier aufeinanderfolgenden Sonntagen Ende 1973 nicht gefahren werden durfte.
