Der Gladbacher HTC ist ohne Erfolge in die Rückrunde der Feld-Bundesliga gestartet. Mit zwei Niederlagen im hohen Norden vergrößert sich bei den Hockey-Herren der Abstand zum Mittelfeld. Vorerst ist Abstiegskampf angesagt: Sowohl beim 1:4 (1:1) beim Club an der Alster am Samstag als auch der 1:6(1:4)-Niederlage beim UHC Hamburg tags darauf liefen die Gladbacher ersatzgeschwächt mit vielen jungen Spielern auf.

Mit Max Silanoglu, Laurens Halfmann, Wei Adams, Patrick Alex, Mats Grambusch und Niklas Braun standen einige wichtige Leistungsträger aus verschiedenen Gründen nicht oder nur für eine Partie zur Verfügung. Auf der anderen Seite kamen mit Kilian Steps, der in beiden Spielen zum Einsatz kam, und auch Jonah Neuß zwei Neuzugänge zu ihrem Debüt. Auch Jared Cass, der schon länger zum GHTC-Kader gehörte, aber verletzungsbedingt lange ausgefallen war, zeigte bei seinem Comeback eine gute Leistung. Zudem absolvierte der 20-jährige Leo Engbrocks seine ersten Bundesligaminuten im GHTC-Tor.

Beim Club an der Alster traf Tobias Braun aus dem Spiel heraus zur Gästeführung (20. Minute), doch insgesamt war die erste Hälfte stark von Strafecken geprägt. Eine der insgesamt drei Alster-Ecken nutzt Lasse Mink zum Ausgleichstreffer. Auch nach dem Seitenwechsel kam der GHTC per Standards zu aussichtsreichen Chancen, konnte diese aber allesamt nicht nutzen. Ferdinand Steinebach drehte die Partie auf 2:1 zugunsten der Gastgeber (41.).

Im letzten Spielabschnitt war aufgrund einiger Zeitstrafen für beide Seiten etwas mehr Platz auf dem Feld, dies konnten die Hanseaten jedoch besser nutzen. Lasse Mink baute den Vorsprung durch seinen Treffer elf Minuten vor dem Ende auf 3:1 aus, ehe Nikolas Wellan per Schlussecke für den 4:1-Endstand (60.) sorgte.

Auch die zweite Partie in der Hansestadt wurde von zahlreichen Strafecken geprägt, die vor allem der UHC nutzte. Bereits der erste Angriff des UHC mündete in einer Strafecke und schließlich in einem Siebenmeter, den Topscorer Luis Bernstein verwandelte. Kenton Melville glich für die Westdeutschen früh aus. Doch noch vor der ersten Viertelpause schnürte Luis Bernstein durch zwei Eckentore den Hattrick zum 3:1.

Im zweiten Abschnitt fanden die Herren von Nils Helbig besser in die Partie und erarbeiteten sich die ersten Ecken, doch ähnlich wie schon am Vortag brachten diese keinen Torerfolg. Dafür durfte Hamburgs Lasse Duncker über das 4:1 (25.) jubeln. Auch nach der Pause gelang es den Gladbachern zu selten, gefährlich in den Kreis zu kommen oder abzuschließen. Indes spielten die Hallenmeister aus Hamburg ihre Routine und Qualität clever aus. In den Schlussminuten erhöhten Lasse Duncker und Luis Bernstein auf den 6:1-Endstand (52., 55.).

GHTC-Trainer Nils Helbig resümierte: „Trotz der deutlichen Ergebnisse haben wir gezeigt, dass wir streckenweise auch gegen die etablierten Teams mithalten können. Es waren auch sehr dominante Phasen dabei, in denen wir am Drücker waren. Wir haben uns nicht nur aufs Kontern und lange Bälle beschränkt und trotz der jungen und neu zusammengestellten Mannschaft sehr erwachsenes Hockey gespielt.“

Baustellen gebe es aber weiterhin, darunter die Eckenausbeute und die Konsequenz in beiden Kreisen. „Natürlich ist es auf Dauer zermürbend, wenn man gute Spiele macht, aber die Ergebnisse nicht dazu passen,“ gab Helbig zu. Er erklärte zudem: „Die zahlreichen Ausfälle schmerzen, dienen aber nicht als Ausrede. Mit den Neuzugängen und Spielern wie Valentin Mellinghoff, Phil Oberländer oder Jonas Röder standen viele Jungs zwischen 18 und 20 Jahren auf dem Platz.“ Diese hätte ihre Aufgabe ordentlich gemacht.

Durch zwei Erfolge hat parallel der Crefelder HTC, der ebenfalls beim UHC und Alster zu Gast war, seinen Vorsprung auf den GHTC ausgebaut und liegt nun elf Zähler vor den Gladbachern. Auch der auf Rang acht und somit dem ersten Play-off-Platz liegende Harvestehuder THC hat 22 Punkte und somit doppelt so viele wie der GHTC auf dem Konto. Demgegenüber haben sowohl der Münchener SC und das weiterhin punktlose Schlusslicht SC Frankfurt 1880 (stehen hinter dem GHTC) ihr Partien verloren und konnten so die Niederlagen der Gladbacher nicht nutzen.