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Verfolger-Duell am Montag in der BBL: Der Sechste Ulm hat Bonn (3.) zu Gast. Und die Gäste verlieren die Punkte und die zeitweise Nerven.

Das Hinspiel hatte Bonn mit 81:79 gewonnen. Doch die Gäste verlieren nicht nur das heiße Duell, sondern mit der 77:84-Niederlage auch den direkten Vergleich.

Die Bonner Alijah Comithier (mit Stirnband) und Tylan Birts im direkten Duell

Die Bonner Alijah Comithier (mit Stirnband) und Tylan Birts im direkten Duell

Foto: Dyn

Dabei bringen sie mit ihrer harten Defense die Ulmer lange zur Verzweiflung. Die Bonner packen lange konsequent zu – sogar auf der eigenen Bank! Kurz vor Ende des zweiten Viertels: Der verletzte Tylan Birts, der ein paar Meter neben der Bank sitzt, hat genug gesehen, stürmt im Timeout auf Teamkollege Alijah Comithier zu, textet ihn zu. Der zögert kurz, dann hat er genug gehört und packt Birts an den Armen. Drängt und schubst ihn zurück zu den Ersatzspielern. Die Teamkollegen schauen überrascht zu, greifen aber nicht ein. Birts pöbelt weiter, muss von anderen Teamkollegen festgehalten werden. Gibt dann irgendwann Ruhe.

Bei Pleite im Ulm: Bonn zerlegt sich selbst auf der Bank

Bonns Sportdirektor Savo Milovic in der Halbzeit am Dyn-Mikro: „Ty ist der große Papa von allen. Und manchmal sagt er Sachen, die man nicht hören möchte. Er hat ihm gesagt: Man kann nicht über den Court gehen, sondern muss sprinten.“ Das wollte Comithier aber nicht hören, packte sich Birts und parkte ihn wieder bei den anderen Ersatzspielern …

Foto: BILD

Zum Spiel: Ständige Führungswechsel in der ersten Hälfte. Mitte des dritten Viertels (25.) gelingt es den Ulmern, sich mit sechs Punkten ein wenig abzusetzen (50:44). Doch zehn schnelle Bonner Punkte von Jeff Garrett und Joel Aminu drehen das Spiel noch vorm Ende des dritten Viertels für die Gäste (61:58). Und fünf Minuten vorm Ende führt Bonn nach einem Kessens Korbleger erstmals mit acht (70:62). Das könnte reichen. Tut es aber nicht. Weil Ulm zwölf (!) Punkte in Folge macht, 74:72 (38.). Da helfen auch zwei Bonner Timeouts nicht. Am Ende rettet sich Ulm mit 82:77 ins Ziel, weil sie von der Freiwurflinie die Nerven behalten und Bonn sich in der Endphase zu viele Ballverluste leistet. Und gewinnt damit auch den direkten Vergleich.

Ulms Topscorer Justin Simon nach dem Spiel bei Dyn: „Es sah nicht immer gut aus, aber wir haben einen Weg gefunden. Nur der Sieg zählt, vor allem mit dem Blick auf die Tabelle.“ Bonns Jeff Garrett ein wenig angefressen: „Wir haben ein wenig den Fuß vom Gas genommen. Und trotzdem glaube ich, dass wir das bessere Team sind.“

Beste Spieler: Justin Simon (Ulm/ 16 Punkte), Jeff Garrett (Bonn/ 23 Punkte).