Anke Erdmann hat einen neuen Job. Die Ex-Grünen-Vorsitzende und Staatssekretärin von Umweltminister Robert Habeck ist mit großer Mehrheit vom Landtag als neue Bürgerbeauftragte gewählt worden. Unterstützt hat sie auch der SSW rund um Fraktionschef Christian Dirschauer. „Und das, obwohl sie ja auch andere politisch familiäre Bindungen hat.“
Ob die Ehe mit SPD-Chef und Ministerpräsidentenkandidat Ulf Kämpfer zu Interessenkollisionen führen könnte? „Dafür bräuchte die SPD schon ein sehr starkes Ergebnis, damit man das befürchten könnte“, sagt Dirschauer. „Und die Befürchtungen sind an dieser Stelle nicht so groß.“ Das nennt man wohl ein vergiftetes Kompliment.
Gedient
Bei den Grünen gibt es aber auch neue Kompetenz. Sebastian Bonau ist neuer Abgeordneter im Landtag und ersetzt die aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedene Anna Langsch. Fraktionschef Lasse Petersdotter freut sich über die Verstärkung, denn Bonau hat auch eine Karriere bei der Bundeswehr hinter sich und ist damit nach Dirk Kock-Rohwer mindestens der zweite in der Fraktion.
„Es ist also nicht mehr so wie früher, dass der eine bei uns Bundeswehr machen muss, der gedient hat“, sagt Petersdotter. Und für ihn gibt die Personalie auch neue Freiheiten, denn Bonau ersetzt ihn als Sprecher für die Themen Arbeit und Wirtschaft. Nimmt Petersdotter also den Lukas-Kilian-Ausgang, der wegen seiner Tätigkeit als CDU-Generalsekretär kein Sprecheramt mehr innehat? Petersdotter: „Von einer Kilianisierung bin ich weit entfernt. Ich bin ja immer noch Fraktionsvorsitzender.“
Getroffen
Die FDP hat es geschafft, für eine Aktuelle Stunde mehrere Themen unter einen Hut zu bringen. So debattierten die Abgeordneten über Maßnahmen gegen hohe Benzinpreise und eine von den Grünen angeregte Steuer, um den Nahverkehr für Kunden kostenfrei zu machen.
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Dass beides nicht unbedingt miteinander zu tun hat, war FDP-Fraktionschef Christopher Vogt auch klar, aber: „Wir haben uns mit der Themenkombination trotzdem mal wieder selbst übertroffen.“
Geklebt
Die CDU hat mit KI Porträts erstellt, die aber nicht hielten.
Foto: Kay Müller
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Die CDU war hingegen geknickt. Jedenfalls sind die großen, mit Künstlicher Intelligenz erstellten Bilder der Abgeordneten von deren Bürotüren verschwunden. „Der Kleber hat nicht gehalten“, sagt Fraktionschef Tobias Koch.
Gerüchten zufolge sollen manche Abgeordnete sogar teilweise umgefallen, pardon, abgerutscht sein – also deren Bilder. Nun sind alle abgenommen. Nur bei der FDP kleben sie noch. Aber die Liberalen sind ja auch kleiner, von den Porträts her, aber auch von den Wahlergebnissen.
Die FDP wirbt mit der Themenkompetenz ihrer Abgeordneten.
Foto: Kay Müller
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Gekühlt
Dabei ist der Landtag cool. Jedenfalls was die Heizung angeht. Denn tagelang blieben die Heizkörper kalt, sodass manche Politiker schon ins wärmere Homeoffice wechselten. Aber SSW-Fraktionschef Christian Dirschauer blieb, er ist wohl die kalte Atmosphäre in seinem Büro schon gewohnt. „Sogar meine beiden Dienstbananen waren heute Morgen fast gefroren“, sagte der Flensburger. „Wenn also jemand Lust auf Bananeneis hat, kann er gern vorbeikommen.“
Gestiftet
Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat einen neuen Professor: Sebastian Till Braun erforscht künftig die Folgen von globalen Krisen. Bei der Berufung im ehrwürdigen Haus an der Kiellinie zwischen Stuck, dunklem Holz und Gold-Uhren wirkte die Welt jedoch noch sehr in Ordnung.
Das fiel auch Ministerpräsident Daniel Günther auf. Sein Kommentar zum herrschaftlichen Ambiente: „Nach globaler Krise sieht das hier nicht aus.“ Günther, IfW-Präsident Moritz Schularick und Stifter Marc Fielmann wirkten dann beim gemeinsamen Foto auch eher wie eine Boyband, die gerade ihr neues Album ankündigt.
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Das Pressefoto der Herren Braun (v. li.), Schularick, Günther und Fielmann.
Foto: Michael Ruff
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Gesichtet
Eigentlich wollte Lyten-Chef Dan Cook diskret durch Schleswig-Holstein touren, doch die Medien machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Zwischen Northvolt-Gelände und Staatskanzlei wurde jede dunkle Limousine beäugt – oder verfolgt.
Als am Dienstag um kurz vor neun zwei Wagen in Kiel vorfuhren, herrschte kurz Enttäuschung bei den Kamerateams: Es war „nur“ der Ministerpräsident. Erst wenig später erlöste Cook die Reporter und trat mit Daniel Günther vor die Mikrofone. Neben Standort-Infos hatte der US-Manager auch eine kulinarische Botschaft: „Wir haben hervorragendes Bier genossen. Es ist ein gutes regionales Bier.“ Na dann, Prost.
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