Anlegerbarometer
Sparbuch verliert an Bedeutung: So legen Deutsche ihr Geld jetzt an
24.03.2026 – 07:42 UhrLesedauer: 3 Min.
Geldanlage im Wandel: Immer mehr Deutsche setzen auf Fonds und Aktien. (Quelle: mixetto/getty-images-bilder)
Mehr Rendite, weniger Sparbuch: Deutsche Sparer ändern ihr Verhalten. Eine neue Studie zeigt, warum klassische Geldanlagen an Bedeutung verlieren.
Das Sparbuch galt lange als Inbegriff deutscher Sparsamkeit. Doch dieser Klassiker hat seinen Zenit überschritten: Wie eine aktuelle Auswertung des sogenannten Anlegerbarometers der Fondsgesellschaft Union Investment zeigt, die t-online vorab vorliegt, setzen Sparer inzwischen stärker auf die Chancen, die ihnen der Kapitalmarkt bietet.
Bei der ersten Befragung privater Haushalte im Jahr 2001 besaßen noch 86 Prozent ein Sparbuch. Seither ist die Zahl kontinuierlich gesunken. Aktuell sind noch 60 Prozent der Befragten im Besitz dieser Art Geldanlage. Gleichzeitig haben andere Anlageformen stark aufgeholt: Investmentfonds und Tagesgeld sind inzwischen weiter verbreitet als das Sparbuch.
„In den letzten 25 Jahren hat das Sparbuch hierzulande deutlich an Bedeutung verloren“, sagt Kerstin Knoefel, Segmentleiterin Privatkunden bei Union Investment. „Für immer mehr Sparerinnen und Sparer ist klar: Wer Vermögen aufbauen will, setzt auf Diversifikation, Langfristigkeit und ein gutes Verständnis von Chancen und Risiken – ohne kurzfristigen Trends zu folgen.“
So besitzen derzeit zwei Drittel der Umfrageteilnehmer (66 Prozent) Fonds, 2001 waren es nur 50 Prozent. Im Verlauf der vergangenen zweieinhalb Jahrzehnte sank die Quote zwar auf zwischenzeitlich 42 Prozent im Jahr 2016, erholte sich aber insbesondere nach 2019 und erreichte schließlich das heutige Niveau.
Ein ähnlicher Verlauf zeigt sich bei Aktien: Diese Art Wertpapiere besaßen im Jahr 2001 zunächst 27 Prozent der Umfrageteilnehmer. Dann sank auch diese Quote deutlich, der niedrigste Wert lag bei 15 Prozent im zweiten Quartal 2015. In der aktuellen Befragung hingegen gibt es mit 35 Prozent so viele Aktienbesitzer wie nie zuvor.
Wichtigster Treiber war die Zinsentwicklung. Über viele Jahre hinweg gab es auf klassische Sparformen kaum noch Zinsen. Gleichzeitig stieg die Inflation und damit der Druck, das eigene Geld sinnvoller anzulegen. Das galt umso mehr, da sich am Sparziel Nummer eins der Deutschen nichts geändert hat: privat fürs Alter vorzusorgen.
In den vergangenen vier Jahren hat die Bedeutung der privaten Ergänzung zur gesetzlichen Rente weiter zugenommen. Im zweiten Quartal 2025 erreichte das Sparziel private Altersvorsorge einen Rekordwert von 87 Prozent und pendelt sich aktuell auf einem ähnlich hohen Niveau von 84 Prozent ein.
