Was die Zahlen sagen

Der Dresdner Wohnungsmarkt gilt seit etwa 2013 als angespannt – das ist keine neue Erkenntnis, sondern eine amtliche Einschätzung der Stadtverwaltung selbst. Konkret bedeutet das: Die Stadt kann dem Wohnraummangel nach eigener Einschätzung nicht auf andere Weise in angemessener Zeit abhelfen.

Gleichzeitig hat sich der Anteil der Ferienwohnungen am Gesamtwohnungsbestand Dresdens von 0,4 Prozent im Jahr 2018 auf 0,7 Prozent im Jahr 2025 fast verdoppelt. Im Städtevergleich liegt Dresden damit noch im moderaten Bereich – aber die Richtung ist eindeutig. Die Verwaltung selbst beschreibt nicht die absolute Zahl, sondern „die Dynamik der Entwicklung“ als das eigentliche Problem.

Politischer Druck aus dem Landtag

Thomas Löser, wohnungspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Sächsischen Landtag und einst selbst Stadtrat in Dresden, macht aus seiner Ungeduld keinen Hehl. Seine Partei hatte die gesetzliche Grundlage für kommunale Zweckentfremdungsverbote auf Landesebene durchgesetzt. Nun verweist er auf Leipzig als Beleg dafür, dass das Instrument funktioniert – und fragt, worauf Dresden noch warte.

Der politische Druck ist berechtigt. Dass eine Maßnahme, die der Stadtrat selbst beschlossen hat, mehr als zwei Jahre zur Vorbereitung benötigt, während die Nachbarstadt bereits Ergebnisse zeigt, ist schwer zu erklären – unabhängig davon, wie real die genannten Kapazitätsprobleme sind.