Interne Kritik

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Die 1:2-Niederlage bei Mainz 05 war das siebte Spiel von Albert Riera als Trainer von Eintracht Frankfurt und der Druck auf den 43 Jahre alten Spanier steigt. Laut „Sky“ gibt es intern bereits Kritik am neuen Übungsleiter, auch Kaderentscheidungen wie das Aussortieren von Mario Götze hinterlassen Fragezeichen in der Mannschaft. Außerdem ist das Saison – die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb – gefährdet.
„Ich kann Lösungen anbieten und die Art und Weise vorgeben, wie wir uns bewegen müssen. Aber ich stehe hier an der Linie, ich kann den letzten Pass nicht spielen. Wissen Sie, manchmal sehe ich die Lücke, der Spieler nicht. Das soll keine Kritik an den Spielern sein, aber am Ende, im letzten Viertel, ist das die Qualität der Spieler. Ich sage immer, dass wir Trainer den Spielern alles beibringen können, aber am Ende zählt die Qualität“, sagte Riera nach der Partie in Mainz und nahm die Mannschaft in die Pflicht. Auch dass der Trainer mit Verweis auf die schwache Auswärtsbilanz in Mainz von nur einem Sieg in 21 Spielen einen Dreier als „ein Wunder“ bezeichnete, stieß auf Verwunderung. Nicht nur aufgrund der Tabellensituation, sondern auch weil Mainz unter der Woche in der Conference League antreten musste, galt die Eintracht als leicht favorisiert. Mit einem Kaderwert von 389 Millionen Euro ist Rieras Team zudem deutlich wertvoller als das von Urs Fischer (139 Millionen Euro).
Noch am Freitag vor dem Spiel hatte Riera emotional auf die Kritik an seinem Spielstil reagiert und darauf verwiesen, dass „man nicht alles auf einmal lösen“ könne. In sieben Bundesliga-Partien erzielte seine Mannschaft zehn Treffer und kassierte sechs Gegentore. Sportvorstand Markus Krösche kritisierte vor allem das Offensivspiel: „Wir haben nicht gut gespielt. Auch wenn wir viel Ballbesitz hatten, haben wir wenig Möglichkeiten rausgespielt.“
Weil Bayer Leverkusen gegen Schlusslicht Heidenheim nicht über ein Unentschieden hinauskam, hätte die SGE den Rückstand auf Platz sechs auf fünf Punkte verkürzen können. Aufgrund der Niederlage müssen die Frankfurter eher nach unten gucken, denn der SC Freiburg ist auf einen Punkt herangerückt. Sofern die Breisgauer nicht den Pokal gewinnen, reicht Rang sieben für das internationale Geschäft – allerdings nur für die Conference League. Angesicht des gewachsenen Anspruchs am Main ist das zu wenig.
Götze fehlt im SGE-Kader – Burkardt verwundert
Vor der Partie gegen Mainz 05 strich Riera mit Götze einen Kreativspieler aus dem Kader, der Großchancen kreieren kann. Der 33-Jährige soll Medienberichten zufolge vor einer Verlängerung bei der Eintracht stehen, war unter dem Spanier zuletzt jedoch außen vor. Nachdem er sowohl gegen St. Pauli als auch gegen Heidenheim über 90 Minuten auf der Bank saß, gehörte er gegen Mainz nicht einmal zum Spieltagskader. Stattdessen erhielten Oscar Højlund und Love Arrhov den Vorzug.
Dass mit Götze ein erfahrener und in der Mannschaft hoch angesehener Spieler nicht im Aufgebot stand, verwunderte seine Mitspieler. Angreifer Jonathan Burkardt sagte nach der Niederlage: „Ich war überrascht. Mario ist ein wichtiges Teammitglied, ihn kann man immer gebrauchen. Ich fand es sehr schade für ihn, bin aber auch froh, dass ich nicht auf dem Trainerstuhl sitze und die Entscheidungen treffen muss.“ Nach der Länderspielpause reist der abstiegsbedrohte 1. FC Köln nach Frankfurt, danach geht es zum VfL Wolfsburg. Dort braucht Riera dringend Punkte, um nicht gänzlich das Vertrauen zu verlieren.