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Uns auf Google folgenDavid Weigert und Daniella Hernandez de WeigertDavid Weigert und Daniella Hernandez de Weigert mit Baby Olivia. © Markus Götzfried

Ein Ehepaar aus München verlor den Koffer mit der kompletten Erstausstattung für ihr Baby. Nach 100 Tagen stellte die Lufthansa die Suche ein.

München – Vier Paar winzige Babysocken hält David Weigert in der Hand. Das ist alles, was er und seine Frau Daniella von den vielen Geschenken der Familie für ihre neugeborene Tochter Olivia noch haben. In das Glück und die Freude über die Geburt der gesunden Tochter mischt sich eine Portion Trauer darüber, dass das Mädchen nicht mit den mit Liebe ausgesuchten Geschenken eingekleidet werden kann – der Koffer voll mit Babysachen ist beim Flug von Guatemala nach München verschwunden. Nach 100 Tagen hat die Lufthansa die Suche danach offiziell eingestellt.

Familie enthält Entschädigung nach KofferverlustDavid Weigert und Daniella Hernandez de WeigertDavid Weigert und Daniella Hernandez de Weigert mit Baby Olivia. © Markus Götzfried

Im Herbst 2025 waren Daniella Hernandez de Weigert und ihr Mann David in ihrer Heimat Guatemala, um Familie und Freunde zu besuchen. Dieses Mal waren sie bereits zu dritt, Daniela war schwanger. „Wir haben eine komplette Erstausstattung für unsere Tochter bekommen“, erzählt David Weigert. „Obwohl viele aus bescheidenen Verhältnissen stammen, waren sie außergewöhnlich großzügig.“ Strampler, Söckchen süße Kleidchen, Pullover und Jäckchen stapelten sich schließlich in einer solchen Menge, dass das Ehepaar einen neuen Koffer kaufte und beim Rückflug am 9. Oktober nach München als zusätzliches Gepäckstück für 90 Euro aufgab. Einige Erbstücke und weitere Geschenke wurden auch noch eingepackt.

Doch bei der Ankunft in München fehlte eben dieser Koffer. Auf dem Flug von Guatemala City über Bogota und Frankfurt nach München war er irgendwo hängen geblieben. Alles kein Problem, dachte sich das Ehepaar. „Es hieß, der Koffer sei noch in Frankfurt und werde innerhalb von ein bis zwei Tagen nachgeliefert.“ Doch er kam nicht. Auf die Online-Suchmeldung bei der Fluggesellschaft und diverse Telefonate mit der Lufthansa erhielten sie stets die niederschmetternde Nachricht „Ihr Koffer wurde noch nicht gefunden.“

Nach 21 Tagen hätten sie die gesetzlich vorgeschriebene Entschädigung für verloren gegangenes Gepäck beantragt, sagt David Weigert. Dies sei aber abgelehnt worden mit dem Hinweis, dass sich das Ehepaar ja auf der Heimreise befunden hätte und zu Hause entsprechend Kleidung und Hygieneartikel habe.

Nach 100 Tagen stellt Lufthansa die Suche ein

Am 11. November dann ein Hoffnungsschimmer: „Unser Koffer war angeblich in Angola registriert worden“, erzählt der 34-jährige Münchner. Das lag zwar völlig abseits ihrer Reiseroute, aber in dieser Situation glaubt man an Wunder. Leider war es ein Fehlalarm, es kam kein Gepäck an. Auch ein zweiter Funke erlosch: Laut Lost and Found der Lufthansa sei der Koffer am 24. November in Bogota lokalisiert worden. Obwohl Lufthansa das Gepäckstück umgehend angefordert habe, sei es weder in Frankfurt noch in München angekommen. Von der Pressestelle hieß es noch: „Wir entschuldigen uns vielmals, dass das Gepäckstück nicht auffindbar ist. Der Verlust ist umso schmerzhafter, als das Ehepaar zu dem Inhalt der Tasche einen starken persönlichen Bezug hat.“

Ende Januar 2026 erhielten David und Daniella dann wieder eine Nachricht von der Lufthansa. Der Vorgang werde geschlossen, heißt es, da er nun älter als 100 Tage sei. Laut Montrealer Übereinkommen stehe ihnen nun eine Entschädigung von 1784,31 Euro zu. Um an dieses Geld zu kommen, möge man einen Link öffnen und die entsprechenden Angaben machen.

Die finanzielle Entschädigung sei okay, sagt David Weigert, doch sei die Summe keine Kompensation des ideellen Werts, der durch den Verlust entstanden sei. Die kleine Olivia wird dann auf Fotos anschauen müssen, mit welchen Geschenken sie von der Verwandtschaft in Guatemala begrüßt werden sollte.