„Junge Talente – Von Barock bis Gospel“ war das Konzert am Sonntagabend in der Auferstehungskirche überschrieben. Es trat die „Elberfelder Mädchenkurrende“ auf, eine Chorgemeinschaft, die 2002 vom damaligen KMD Heinz Rudolf Meier gegründet wurde, beheimatet an der evangelischen Friedhofskirche, Wuppertal. Stetig hat sich der Mädchenchor in den Jahren zu einem beeindruckenden Klangkörper entwickelt. 29 Junge Mädchen, fast alle im Teenie-Alter, die gerne im Chor singen, kommen regelmäßig zur Probe, wobei sich die Chorprobe nicht nur auf gemeinsames Erarbeiten von Chorsätzen beschränkt. Ihre Leiterin ist die engagierte Angelika Küpper, Schulmusikerin in Wuppertal, sie studierte neben Schulmusik auch Orgel und Gesang und leitet die Kurrende seit 2014. Das „Projekt Mädchenkurrende“ hat als Ziel, junge Mädchenstimmen zu entdecken, sie zu fördern und ihnen die Gelegenheit zu geben, sich stimmlich und chorisch zu entwickeln. An ihrer Seite arbeiten regelmäßig zwei professionelle Stimmbildnerinnen, Dorothea Brandt und Rebecca Hagen, die den Konzertchor der jungen Mädchen auf ein Niveau gebracht haben, dass man in fast jeder jungen Stimme bereits eine begabte Solosängerin spüren kann.

Und so war das Konzertprogramm stilistisch großflächig „Von Barock bis Gospel“ auch aufgebaut. Es gab Auftritte, an denen der „Konzertchor“ mit allen 24 teilnehmenden Mädchen und jungen Damen beteiligt war, dann das „Ensemble“, mit einer kleineren Auswahl von zehn Sängerinnen, schließlich mehrere Quartette, Trios, Duette und Soli, bei denen hörbar wurde, über welch begabte und großartig ausgebildete Stimmen die „Mädels“ bereits verfügen. Der Rezensent bittet um Verständnis, wenn er auf die Nennung der Namen jeder einzelnen Sängerin verzichtet, das würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen. Verdient hätten es alle, wobei eine Ausnahme erlaubt sei: zwei wunderbare Darbietungen mit Harfe-Solo ergänzten das vielseitige Programm. Mit zwei einfühlsam und virtuos vorgetragenen Stücken zauberte die Solistin Juno Vesper mit Hasselmanns „Chanson de Mai op. 40“ und einem „Baroque Flamenco“ von Henson-Conant stimmungsvolle Harfenklänge, und wurde danach mit kräftigem Applaus gefeiert.

Das zahlreiche Publikum honorierte auch die Gesangsleistungen der gesamten Chorgemeinschaft mit viel Beifall, wobei die Vielfalt an unterschiedlichen Genres besonders gefiel.

Von kirchlichen Gesängen
bis zu Mozarts Arien

Der Friedenskanon, „Hine mah tov“, die kirchlichen Gesänge wie „Kyrie, Gloria, O salutis“ von Delibes, Poulencs „Ave verum corpus“ oder Gounods „Da pacem“, sie deckten den sakralen Bereich des Konzertes ab. Mozart-Arien aus „Bastien und Bastienne“, „Leise, leise, fromme Weise“ eine Arie aus von Webers „Der Freischütz“, bedienten das Operngenre, Mendelssohns Chorgesang aus „Elias“das Oratorium. Aber auch mehrstimmig gesetzte Folklore wie das englische „Early in the morning“, das schwedische „Bred dina vida vingar“ oder „Singing in the rain“ waren angesagt. Hier sang sich der gesamte Konzertchor in einen Rausch. Mitreißender Höhepunkt war schließlich das Finale des Abends : ein musikalisches Medley aus dem Film „Sister act“ im beeindruckenden Arrangement von Mac Huff. Man hörte klangvolle, selbstbewusste Sopran- und Alt-Stimmen, man hörte und sah klatschende Hände, erhobene Hände, schnipsende Finger und erlebte einen swingenden Rhythmus. Am Ende der Performance lagen sich alle Sängerinnen in den Armen, schunkelten, freuten sich und sangen ein überzeugendes Hallelujah.

Es gab lautstarken Applaus für ein eindrucksvolles Konzert, aber auch für ein pädagogisch erfolgversprechendes Musikprojekt, und last, but not least Applaus für die Pianistin des Abends, Tanja Tismar, die sämtliche 26 Gesangsbeiträge am Klavier souverän begleitete.