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Es ist ein ungewöhnlicher Vorgang, aber er zeigt, wie bedeutend der Mittwoch für den deutschen Fußball wird. Vor der entscheidenden Sitzung der AG Regionalliga-Reform schaltet sich mit Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (49, CDU) erstmals die Politik in den Zoff beim DFB ein.

Hintergrund: Aus den bislang fünf Regionalligen steigen nur die Staffelsieger aus Südwest und West immer direkt auf, während die Meister im Norden, Bayern und Osten nur alle drei Jahre dasselbe Recht haben und sonst in eine umstrittene Relegation geschickt werden.

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Voigt sagt in einem Gastbeitrag der „Leipziger Volkszeitung“ jetzt: „Gerade im Osten Deutschlands trifft diese Regel viele Traditionsvereine besonders hart. Für zahlreiche Klubs ist das längst zu einem strukturellen Problem geworden. Seit der Wiedervereinigung hat sich im Profifußball ein deutliches Ungleichgewicht entwickelt.“

„Regionalligen-Struktur ist ein Hemmnis“

Gesamt haben sich 70 Vereine aus ganz Deutschland zur Initiative „Aufstiegsreform“ zusammengeschlossen. Mit vorneweg marschieren die abgestürzten Thüringer Spitzenklubs Rot-Weiß Erfurt und Carl Zeiss Jena. Voigt weiß um die Besonderheit dieses Tags für die Zukunft: „Während westdeutsche Klubs die oberen Ligen prägen, kämpfen viele Traditionsvereine im Osten seit Jahren darum, wieder dauerhaft im Profifußball anzukommen. Die aktuelle Struktur der Regionalligen ist dabei ein zusätzliches Hemmnis.“

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Foto: PICTURE POINT

Im Hintergrund liegt mit dem vom DFB eingebrachten Kompassmodell eine fertige Lösung auf dem Tisch. Aus fünf Staffeln sollen vier werden, wodurch sich die Zahl der Viertligisten von 90 auf 80 reduziert. Die Einteilung erfolgt mithilfe von KI nach möglichst kurzen Fahrtstrecken, wobei Derbys erhalten bleiben. Außerdem würden künftig alle Meister direkt aufsteigen.

Doch während DFB-Präsident Bernd Neuendorf unbedingt eine Lösung im Konflikt will, blockieren seine Vize-Bosse Peter Frymuth und Ralph-Uwe Schaffert sowie der Präsident des Bayerischen Fußballverbandes, Dr. Christoph Kern, den von Fans und Klubs bundesweit unterstützten Kompromiss.

„Dieselbe Anerkennung für vergleichbare Leistung“

Darum scheint sich Voigt nun einzuschalten. Der Thüringer Landesvater: „Es geht um Gerechtigkeit und um die Frage, ob Leistung tatsächlich zählt – und ob die Leistung von Vereinen in Ost und West unter vergleichbaren Bedingungen dieselbe Anerkennung findet.“

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Foto: IMAGO/HMB-Media

Weiter begründet er: „Politik darf und sollte dort ihre Stimme erheben, wo es um faire Rahmenbedingungen geht – gerade wenn es um den Sport als gesellschaftlichen Anker geht.“ Die Klubs brächten Menschen unterschiedlicher Herkunft, Alters und politischer Einstellung zusammen.

Fakt: Auch Sportwissenschaftler wie Prof. Harald Lange von der Universität Würzburg werfen dem DFB „schwerwiegende Strukturfehler“ vor. Er teile es, dass die Kriterien zur Begründung der Aufstiegsregelung so gelegt sind, dass sich der Osten zu Recht benachteiligt sieht.