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Stuttgart – Unter einer Waschmaschine sammelte sich über Monate hinweg eine Schmutzschicht. Dieser Dreck führte zu einem tödlichen Streit, bei dem ein Rentner (78) ums Leben kam. Jetzt muss sich Nachbar Mert K. (29) vor dem Landgericht verantworten. Der Vorwurf: Körperverletzung mit Todesfolge. Er soll Friedrich K. wegen eines nichtigen Anlasses angegriffen haben.
Es geschah am 15. September 2025 in einem Mehrfamilienhaus in Stuttgart (Baden-Württemberg). Dort lebte Mert K. zur Tatzeit mit seiner Mutter und weiteren Familienmitgliedern mehr als ein Jahr. Immer wieder soll es Streit mit Nachbar Friedrich K. gegeben haben.

Der Prozess findet vor dem Landgericht Stuttgart statt
Foto: Michael Hahn
Als der Umzug der Familie bevorstand, wollte Mert K. die Waschmaschine aus der Waschküche holen. Laut Staatsanwalt Sven Reiss (36) kam Friedrich K. hinzu. Dann soll ein Streit um eine Lappalie entbrannt sein – über den Dreck unter dem Haushaltsgerät.
Faustschlag mit fatalen Folgen
Ankläger Sven Reiss im Prozess: „Dabei schlug der Angeklagte unvermittelt mit voller Wucht – mutmaßlich mit der Faust – gegen die rechte Kieferregion des Geschädigten.“ Friedrich K. stürzte und knallte mit dem Hinterkopf auf dem harten Boden auf.

Richter Norbert Winkelmann (66, Mitte) leitet die Gerichtsverhandlung gegen Mert K.
Foto: Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttgart
Zeugen fanden den lebensgefährlich verletzten Rentner laut Polizeibericht gegen 18.40 Uhr und wählten den Notruf. Mert K. soll zu diesem Zeitpunkt geflüchtet sein.
Rentner stirbt nach zwölf Tagen
Ärzte kämpften um das Leben des 78-Jährigen. Zwölf Tage später starb Friedrich K. in einer Klinik an einem Schädelbruch und schweren Hirnverletzungen. Die Kriminalpolizei hatte den Tatverdächtigen zuvor ermittelt und festgenommen.
Zum Auftakt des Prozesses am Dienstagmittag erklärten die Anwältinnen von Mert K., dass er sich an einem kommenden Verhandlungstag eventuell zu den Vorwürfen äußern wird.
Für das Verfahren sind fünf Verhandlungstage angesetzt, das Urteil ist für den 12. Mai 2026 geplant. Im Falle einer Verurteilung droht Mert K. eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Jahren.