„Kehre nach Deutschland zurück“Collien Fernandes unterbricht „Traumschiff“-Dreh

24.03.2026, 17:58 Uhr

Artikel anhören(03:59 min)

EXCLUSIVE-Die-Schauspielerin-und-Moderatorin-Collien-Fernandes-aufgenommen-am-Rande-der-Aufzeichnung-der-MDR-Talkshow-Riverboat-am-28-11-2025-in-Leipzig-Die-Sendung-wird-am-05-12-2025-um-22-00-Uhr-im-MDR-Fernsehen-ausgestrahltVerfolgte die Debatte bislang aus der Ferne: Collien Fernandes. (Foto: picture alliance / ZB)TeilenFolgen auf:whatsappwhatsapp

Gefühlt ganz Deutschland diskutiert derzeit die Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Die Schauspielerin selbst ist derweil für einen „Traumschiff“-Dreh in Südostasien. Den will sie nun jedoch unterbrechen.

Möglicherweise hat Collien Fernandes selbst nicht damit gerechnet, welche Wucht die Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen haben würden, als diese in einem Bericht des Magazins „Der Spiegel“ vergangene Woche veröffentlicht wurden. Jedenfalls hielt sich die 44-Jährige in den letzten Tagen für einen Dreh der ZDF-Serie „Das Traumschiff“ in Südostasien auf, während ihre Anschuldigungen in Deutschland heftige Wellen schlugen.

Fernandes verkörpert seit 2021 die Rolle der Schiffsärztin Jessica Delgado in der „Traumschiff“-Crew. Ulmen, mit dem sie bis Februar rund 15 Jahre verheiratet war, wirft sie unter anderem vor, sie „virtuell vergewaltigt“ zu haben. So soll der 50-Jährige etwa pornografische Deepfake-Fotos von ihr verbreitet haben.

Seit Bekanntwerden der Vorwürfe erfährt Fernandes viel Solidarität. Am Sonntag demonstrierten tausende Menschen bei einer Kundgebung in Berlin ihre Unterstützung. 250 Frauen gründeten zudem eine Initiative, die politische Konsequenzen fordert, um künftig verschärft gegen digitale Gewalt vorzugehen.

„Werde nicht mit dem Filmteam einsteigen“

Offenbar möchte Fernandes nun die Geschehnisse nicht länger nur aus der Ferne verfolgen. Wie das Portal „t-online“ meldet, will sie ihre Arbeit am „Traumschiff“-Set unterbrechen, obwohl die Dreharbeiten auf der „MS Amadea“ in Kürze fortgesetzt werden sollen.

„Es geht in ein paar Tagen in Hongkong wieder auf das Schiff“, zitiert „t-online“ die Schauspielerin. Und weiter: „Ich werde aber nicht mit dem Filmteam einsteigen, da ich kurz nach Deutschland zurückkehre.“

Die Ereignisse der vergangenen Tage seien nicht spurlos an ihr vorübergegangen, macht Fernandes in dem Gespräch mit dem Portal deutlich. Sie fliege zurück, „um Politikerinnen zu treffen und mit ihnen über den mangelnden gesetzlichen Schutz hinsichtlich digitaler Gewalt zu sprechen“.

Fernandes machte keine konkreten Angaben dazu, mit welchen Politikerinnen sie zusammenkommen will. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig arbeitet derzeit an einem Gesetzentwurf, mit dem die Maßnahmen gegen digitale Gewalt verschärft werden sollen.

Dreharbeiten nicht gefährdet

Hongkong ist zeitlich Deutschland sieben Stunden voraus. Es werde erwartet, dass Fernandes am Mittwoch in ihrem Heimatland ankomme, schreibt „t-online“. Die aktuellen Arbeiten an zwei „Traumschiff“-Folgen mit den Arbeitstiteln „Bangkok“ und „Vietnam“ sollten noch bis Mitte April fortgesetzt werden. Dass die Produktion durch die Drehpause der Schauspielerin in Gefahr gerate, sei unwahrscheinlich.

Christian Ulmen hat sich auch auf Medienanfragen bislang nicht zu den von seiner Ex-Frau erhobenen Vorwürfen geäußert. Sein Anwalt bezeichnete den „Spiegel“-Bericht zu den Anschuldigungen als „rechtswidrig“. Es handele sich „in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung“. Zudem würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet“. Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Quelle: ntv.de, vpr