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Berlin – Das Denkmal wurde vor 19 Jahren geplant und nie gebaut, kostete aber bisher schon mehr als 12 Millionen Euro.

Das „Freiheits- und Einheitsdenkmal“ vor dem Schloss (Humboldt Forum) soll an die Befreiung vom Sozialismus in der DDR 1989 erinnern. 2007 beschloss der Bundestag den Bau, 2013 sollte das Denkmal eröffnet werden, dann wurde 2019 ins Auge gefasst, das 30. Jubiläum des Mauerfalls. Heute, 19 Jahre nach dem Beschluss, ist das Denkmal nicht zu sehen.

An seiner Stelle vor dem gewaltigen Schlossportal gammelt eine verlassene Baustelle vor sich hin. Hier wurde am Sockel gearbeitet. Auf den Sockel sollte eine 150 Tonnen schwere begehbare Wippe montiert werden. Sie sollte sich immer dorthin neigen, wo die Mehrzahl der Besucher steht. Das ist als Gleichnis dafür gemeint, dass die Menschen demokratisch die Geschicke des Landes bestimmen.

Modellfoto: Soll soll das begehbare Freiheits- und Einheitsdenkmal aussehen

Modellfoto: So soll das begehbare Freiheits- und Einheitsdenkmal aussehen

Foto: dpa

Wippe kann nicht geliefert werden

Die Wippe steht beim Hersteller, der Firma „Stahlbau Heinrich Rohlfing“ in Stemwede in Ostwestfalen und wird dort auch bleiben, denn es gibt einen unlösbaren Konflikt: Vor drei Jahren behauptete die Firma, die damalige Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) habe nicht alle Rechnungen beglichen, deshalb könne die Wippe nicht geliefert werden.

2024 stellte die Stahlbau Heinrich Rohlfing Insolvenzantrag, seitdem streiten die Insolvenzverwalter mit dem Bundeskanzleramt über das Geld. Claudia Roth scheiterte an der Wippe und ihr Nachfolger Wolfram Weimer konnte den Knoten auch nicht durchschlagen.

Auf Anfrage ließ er uns mitteilen, er befinde sich „in konkreter und konstruktiver Abstimmung mit dem Bauministerium und dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung über mögliche Lösungen und zeitliche Rahmenbedingungen“. Das klingt nicht sehr konkret. 

Unglaublich, aber wahr: Die Bundesregierung gab bereits mehr als 12 Millionen Euro für Planung, Sockelbau und Rechtsstreitereien im Zusammenhang mit dem Denkmal aus.

Es ist Zeit, die Notbremse zu ziehen: Reißt den Sockel ab, schmelzt die Wippe ein! Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. 

Hat Gunnar Schupelius recht? Schreiben Sie an: gunnar.schupelius@axelspringer.de