1100 Auszubildende für 80 unterschiedliche Berufe sind derzeit bei der Stadt Düsseldorf beschäftigt. Ihnen steht nun an der Fischerstraße 2 ein neuer Begegnungs- und Lernort zur Verfügung. Dort, in der Nähe des Kunstpalastes, hat die Stadt ein neues Ausbildungsbüro eingerichtet. Dieses soll als zentraler Ausbildungsort für die Azubis der Stadtverwaltung fungieren – und auch konkret Arbeitsprozesse der Verwaltung vor Ort simulieren können.
Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) eröffnete gemeinsam mit Personaldezernent Olaf Wagner und Bettina Mötting, Leiterin des Hauptamtes, am Montag das neue Ausbildungsbüro. Düsseldorf setze damit „ein klares Zeichen für innovative und qualitativ hochwertige Nachwuchsförderung in der Stadtverwaltung“, sagte Keller. „Wir schaffen nicht nur einen Ort der Begegnung, sondern bündeln gezielt Ausbildungskompetenz.“
Auf rund 1300 Quadratmetern stehen den städtischen Nachwuchskräften jetzt moderne Bildschirmarbeitsplätze, ein großer Seminarraum für Schulungen, Workshops und Veranstaltungen sowie ein offener Bereich zur Verfügung, der dem Austausch, Netzwerken und gemeinsamen Lernen dienen soll. Geleitet wird das Büro von einem Team aus fünf hauptberuflichen Ausbilderinnen, das bis zu 40 Nachwuchskräfte gleichzeitig betreuen kann.
Das Konzept der neuen Ausbildungsstätte sieht vor, Inhalte praxisnah zu vermitteln. So sollen dort alle Fachbereiche eng miteinander verzahnt arbeiten, in dem sie Aufgaben und Projekte an das Ausbildungsbüro übergeben, die dort unter Anleitung der Betreuer bearbeitet werden. Damit sollen reale Arbeitsprozesse bereits in die Ausbildung integriert werden: von der Unterstützung des Ordnungsamtes bei Gewerbeanmeldungen bis zur Bearbeitung von Anträgen auf einen Wohnberechtigungsschein, die ansonsten vor Ort im Amt für Wohnungswesen wahrgenommen werden.
Die Verwaltung erhofft sich dadurch, die fachliche Qualifikation, persönliche Entwicklung und das bereichsübergreifende Denken ihrer Azubis zu stärken. Ergänzt wird das Angebot vor Ort durch Nachhilfeformate, Impulsvorträge und Prüfungsvorbereitungen für alle Berufsgruppen.
Nach wie vor scheint die Stadt als Arbeitgeberin attraktiv: So konnte im vergangenen Jahr mit rund 9500 Bewerbungen für 569 ausgeschriebene Ausbildungs- oder Studienplätze eine Besetzungsquote von 95 Prozent erreicht werden. Im Durchschnitt seien 16,7 Bewerbungen auf jeden Platz entfallen, heißt es von der Stadt.