Wie die Leiterin des Kurzfilm-Festivals Anne Gaschütz am Dienstag im Gespräch mit MDR KULTUR erklärte, steht die Arbeitswelt im Mittelpunkt der 38. Ausgabe.
Arbeit und Empowerment: „Nicht alles nur traurig“
Angesichts von Inflation und politischen Kontroversen, Krisen und Krieg sei es sicher kein Zufall, dass sich viele Filmschaffende mit heutigen Arbeitsbedingungen und Machtstrukturen beschäftigten, sagte Gaschütz zu den Einreichungen. Die Beiträge zeigten, welche große Rolle Arbeit für gesellschaftliche Teilhabe spiele.
Zugleich seien Heimat, Migration und Identität bestimmende Themen. Dabei gehe es außerdem um Empowerment und „Lichtblicke“ betonte Gaschütz mit Blick auf den Wettbewerb und das gesamte Festival-Programm. „Es soll ja nicht alles nur traurig sein.“
Sparzwang: Festival streicht inklusive Angebote
Nach der Haushaltssperre der Stadt Dresden kämpft das Filmfest mit steigenden Kosten bei um zehn Prozent gesunkenen Fördermitteln. Deswegen, führte Gaschütz im Gespräch mit MDR KULTUR weiter aus, könnten keine inklusiven Programme mehr angeboten werden. Sie umfassten bisher Audiodeskription, erweiterte Untertitel und Angebote in Gebärdensprache. Nach mehr als zehn Jahren könne dies nun nicht mehr angeboten werden, was blinde oder taube Menschen ausschließe.
„Ich finde das traurig, weil echte Teilhabe so nicht mehr möglich ist“, beklagt Gaschütz. Für Inklusion hatte das Filmfest Dresden Gaschütz zufolge bisher 40.000 bis 50.000 Euro ausgegeben.
Wettbewerb, Animation aus Afrika, Filme für Kids
Bei dem Festival konkurrieren bis 19. April insgesamt 65 Beiträge aus 36 Ländern in internationalem, nationalem und mitteldeutschem Wettbewerb um 17 Preise, die mit insgesamt 72.500 Euro dotiert sind.
Ein Fokus richtet sich auf Animationsfilme aus Afrika. Zudem gibt es ein Kinder- und Jugendprogramm. Auf dem Dresdner Schlossplatz wird ein kostenfreies Kurzfilm-Open-Air geboten.
Quelle: Filmfest Dresden, MDR KULTUR, redaktionelle Bearbeitung: ks