Tradition in Hamburg
Blumenmeer an der Alster: So entstand das Kirschblütenfest
Aktualisiert am 25.03.2026 – 07:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Kirschblüte am Ufer der Binnenalster in Hamburg: Das Fest dazu ist schon viele Jahrzehnte alt (Archivbild). (Quelle: IMAGO/Christian Ohde/imago)
Seit 1968 feiern die Hamburger das Kirschblütenfest rund um die Alster. Das ursprüngliche Fest begann mit einem Geschenk japanischer Unternehmer.
Noch ist der Frühling noch zaghaft unterwegs, rund um die Alster sucht man Blüten und frisches Grün vergeblich. Doch bis Ende Mai wird sich das ändern und die luftigen, rosa Blüten verwandeln den Uferbereich in ein Blumenmeer. Dann startet auch das Kirschblütenfest an der Alster. Wie immer lockt das Feuerwerk am Freitagabend (29. Mai 2026) Tausende Schaulustige an Binnen- und Außenalster und gilt als Höhepunkt des Festes.
Aber woher kommt der Brauch?
Im Jahr 1968 taten sich japanische Unternehmen, die in Hamburg ansässig waren, zusammen und schenkten der Stadt 5000 Sakura-Bäume, für jeden in Hamburg lebenden Japaner einen. Der damalige Generalkonsul Japans ließ sie in der ganzen Stadt anpflanzen. Die Kirschblüte, die meist nicht länger als zwei Wochen dauert, hat eine große Bedeutung in Japan und steht für Schönheit, aber auch Vergänglichkeit. Das Wort Hanami bezeichnet die Kirschblütenfeste, wörtlich übersetzt heißt es aber nur: Blüten betrachten. Die japanische Tradition des Festes ist über 1000 Jahre alt.
Inzwischen kümmern sich die Deutsch-Japanische Gesellschaft e.V. und das Generalkonsulat um das Fest. Am japanischen Garten in Planten un Blomen rund um das Teehaus gibt es wieder Veranstaltungen aus Sport und Kultur sowie ein gastronomisches Angebot.
Auch die Wahl einer Kirschblütenkönigin geht auf das Jahr 1968 zurück. Zunächst hieß das Amt allerdings Kirschblütenprinzessin, erst seit 2015 wurde daraus die Königin, weil der Titel auch in anderen Städten so heißt. Die Kirschblütenkönigin übernimmt repräsentative Aufgaben in ihrer zweijährigen Amtszeit. Immer in ungeraden Jahren wird gewählt. Nur die Corona-Pandemie sorgte bei dieser Tradition zuletzt für eine Pause. Nach dem ersten Jahr der jeweiligen Blütenregentschaft wird der Königin der Titel der Sonderbotschafterin durch den Ersten Bürgermeister verliehen. Sie reist dann nach Japan und repräsentiert dort die Hansestadt auf Terminen und trifft Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur.
