Bezirksliga, Gruppe 1: Der Einsatz von Vedin Kulovic könnte dem MSV Düsseldorf teuer zu stehen kommen – und den Titelkampf völlig neu entfachen. Drei weitere Düsseldorfer Klubs würden ebenfalls benachteiligt.
von Marcus Giesenfeld · Heute, 09:30 Uhr · 0 Leser
Der Aufstieg des MSV Düsseldorf könnte stärker ins Wanken geraten. – Foto: Frank Vieten
Dem Topspiel gegen die DJK Sparta Bilk konnte Vedin Kulovic am Sonntag nicht seinen Stempel aufdrücken. Nach gut einer Stunde nahm Trainer Goran Tomic den Flügelspieler vom Platz. Dessen bis dahin auffälligste Aktion: Eine Unsportlichkeit gegen Rene Reuland auf Höhe der Trainerbänke, die manch ein Spielleiter wohl mit der Roten Karte geahndet hätte.
Trotz dieser überschaubaren Bilanz war Kulovic eines der Hauptgesprächsthemen an der Fährstraße. Denn dessen Verpflichtung in der Winterpause könnte sich für den MSV Düsseldorf im Nachhinein noch als Bumerang erweisen. Aktuell ist ungewiss, ob der Tabellenführer der Gruppe 1 der Bezirksliga die sechs Punkte aus den siegreich gestalteten Partien gegen VdS Nievenheim und 1. FC Grevenbroich-Süd behalten darf.
Bei der Staffelleitung erkundigt
In beiden Spielen stand Vedin Kulovic für den MSV auf dem Feld. Weil die Verantwortlichen offenbar guten Gewissens daran glauben durften, dass der 30-Jährige einsatzfähig war. „Wir haben uns bei der Staffelleitung extra erkundigt, und in System war er ja auch frei“, sagt der sportliche Leiter des MSV, Moussa Ouayd, und kommt folgerichtig zu dem Schluss. „Wir haben keinen Fehler gemacht.“ Dennoch müssen sich nun Entscheider des Bezirkssportgerichts damit befassen, ob Vedin Kulovic schon am 1. März für den MSV Düsseldorf hätte spielen dürfen.
Dessen letztes Pflichtspiel für den Ligakonkurrenten SG Benrath-Hassels lag zu diesem Zeitpunkt ein halbes Jahr zurück. Jene sechs Monate Sperre hatte Kulovic aufgebrummt bekommen, weil er von seinem Ex-Klub keine Freigabe für einen Wechsel innerhalb der Saison erteilt bekam. Allerdings – und das ist der Knackpunkt – hatte der Bosnier an jenem 31. August 2025 in seinem letzten Spiel für Benrath-Hassels gegen den MSV die Rote Karte gesehen, die mit einer Drei-Spiele-Sperre belegt wurde.
Die Frage ist nun: Wann begann Kulovics Sechs-Monats-Sperre? Am 31. August, dem Tag seines letzten Spiels für die SG? Oder erst am 21. September nach Ablauf seiner Rotsperre
Hinweis kam aus Hassels
Pikanterie am Rande: Auf diesen Punkt aufmerksam machten nicht etwa Funktionäre aus Nievenheim oder Grevenbroich, sondern ausgerechnet der Ex-Klub von Kulovic, die SG Benrath-Hassels. Ein Umstand, der Moussa Ouayd sauer aufstößt. „Für mich ist das link gelaufen. Jetzt weiß ich auch, warum Benrath-Hassels den Spieler im Winter unter keinen Umständen freigeben wollte. Die ganze Geschichte ist organisiert“, polterte der Sportchef des MSV.
Unstrittig ist, dass die SG zu den Nutznießern eines Punktabzugs des Rivalen zählen würde. Die derzeit acht Punkte Rückstand auf den Ligaprimus würden auf zwei mickrige Zähler zusammenschrumpfen. Aus einem Zwei- würde plötzlich mindestens ein Vierkampf um die Meisterschaft werden. Doch auch auf den Abstiegskampf könnte die Posse Auswirkungen haben. Mit drei Punkten mehr auf dem Konto würde Nievenheim bis auf zwei Zähler an den Lohausener SV und das rettende Ufer heranrücken.
Selbst regelaffinen Funktionären aus dem Verbandsgebiet fällt es schwer, eine Prognose abzugeben. Präzedenzfälle scheint es wenige zu geben. Auf der anderen Seite müssen viele Details wie das Abmeldedatum in die Entscheidungsfindung einfließen. Moussa Ouayd kündigte bereits an, einen möglichen Punktabzug nicht einfach hinnehmen zu wollen. „Wenn es nötig ist, gehen wir weitere Instanzen bis nach Frankfurt“, so der sportliche Leiter des MSV.