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Die Ladegeschwindigkeit an öffentlichen Säulen ist vielen Elektrofahrern noch ein Dorn im Auge. Jetzt mischt BYD aus China die Karten neu: Der weltgrößte E-Auto-Hersteller startet im April seine sogenannte Flash-Charging-Revolution in Europa – ultraschnelles Laden für Elektroautos.

Voller Akku in neun Minuten

Als Flash-Charging bezeichnet der Hersteller den Ladevorgang mit Leistungen von bis zu 1500 kW – aktuell kommen die Schnelllader in Deutschland auf maximal 400 kW. BYD bewirbt das ultraschnelle Laden mit dem Spruch: „Bereit in 5. Voll in 9. Bei Kälte plus 3“. Dabei geht es um Minuten, allerdings nicht für eine komplette Akkufüllung. In nur fünf Minuten soll der Akku von 10 auf 70 Prozent laden. „Bereit“ also für mehrere Hundert Kilometer Fahrt. In neun Minuten soll es von 10 auf 97 Prozent gehen. „Voll“, praktisch komplett geladen. Selbst bei bis zu minus 30 °C, wenn Kälte den Ladevorgang sonst drastisch bremst, soll Flash-Charging 20 auf 97 Prozent in zwölf Minuten schaffen. Dafür steht „plus 3“.

In China sind die Super-Säulen bereits im Einsatz, hier können schon mehrere Modelle das sogenannte Flash-Charging nutzen

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Foto: BYD

Denza Z9GT macht den Anfang

Möglich machen die hohen Ladegeschwindigkeiten zwei technische Durchbrüche. Zum einen die neueste Version der BYD-eigenen Ladestation. Zum anderen die zweite Generation der firmeneigenen Blade-Batterie. Sie setzt auf Lithium-Eisenphosphat-Chemie (LFP) und nutzt Fortschritte im Ionentransport.

Die Eintrittskarte zum schnellen Laden? Vorerst wird das nur ein neues Modell aus China können. Am 8. April präsentiert der Mutterkonzern BYD das erste Modell der Premium-Tochter Denza in Paris. Der Z9GT, laut Hersteller ein Shooting Brake Grand Tourer (sportliche Limousine mit großer Heckklappe), kommt mit 122-kWh-Blade-Batterie und in der stärksten Version über 960 PS. Von 0 auf 100 km/h geht es damit in weniger als drei Sekunden.

Z9GT: Ein elegant gezeichneter Elektro-Kombi von BYDs Premiummarke Denza, bald auch hier erhältlich

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Foto: BYD

Mehr zum ThemaErste Stationen bei Händlern und Autobahnkreuzen

Ein Preis für das Premium-Modell wurde noch nicht kommuniziert. Ein BYD-Sprecher auf Anfrage zu BILD: „Denza fängt da an, wo BYD aufhört.“ Das teuerste Modell von BYD ist aktuell das SUV Tang mit einem Listenpreis von 75.000 Euro. BILD tippt: An dieser Höhe wird sich wohl der Preis des Denza Z9GT orientieren.

Bald günstigeres BYD-Modell mit Flash-Charging

Aber auch günstigere Modelle können bald ultraschnell laden. „Im Laufe des Jahres kommt auch ein BYD-Modell nach Deutschland, das Flash-Charging unterstützt“, verrät der BYD-Sprecher. Damit wird wohl der Einstiegs-Preis für das ultraschnelle Laden sinken. Fehlen nur noch die passenden Ladestationen. In China sind laut BYD bereits Tausende von Flash-Ladestationen installiert, nun soll eine erste Welle von Flash-Ladegeräten in Europa folgen. Aber wo? „Vorerst sind Stationen bei BYD-Händlern und an großen Autobahnkreuzen geplant“, heißt es vom Hersteller auf BILD-Anfrage. An Autobahnen könnte der E-Auto-Gigant dazu möglicherweise mit bestehenden Ladeanbietern kooperieren.