Tödliche Verwechslung
Flugabwehr schießt Hobbypiloten bei Moskau ab
25.03.2026 – 15:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Pilot Pawel Koschkin in einem Video auf Instagram: Der 39-Jährige hinterlässt eine schwangere Frau und ein zwei Jahre altes Kind. (Quelle: Screenshot/instagram@koshinpa)
Regelmäßig greifen ukrainische Drohnen Russland an, die Flugabwehr ist nervös. Das wurde nun einem Hobbypiloten und seinem Passagier zum Verhängnis.
Ein russischer Hobbypilot und sein Passagier sind offenbar zu Opfern der russischen Flugabwehr geworden. Pawel Koschkin und sein Fluggast waren am Freitag südöstlich von Moskau mit einer einmotorigen Maschine in der Luft, als sie mutmaßlich von der Rakete eines russischen Flugabwehrsystems getroffen, wie das unabhängige russische Portal „Mediazona“ berichtet.
Demnach führte ihre Flugroute die beiden über eine Produktionsstätte für Iskander-Raketen, mit denen Russland immer wieder die Ukraine angreift. Die Waffenfabrik liegt daher auch im Visier der ukrainischen Streitkräfte. In der Nacht vor dem Zwischenfall soll die Anlage von ukrainischen Drohnen angegriffen worden sein. Manche ukrainische Drohnen ähneln Kleinflugzeugen stark. Die russischen Flugabwehrsoldaten könnten Koschkins Maschine also mit einer feindlichen Drohne verwechselt haben.
Koschkin war unter Hobbypiloten kein Unbekannter. Der 39-Jährige betrieb Kanäle auf Youtube und Instagram und berichtete in vielen Videos von seiner Leidenschaft für die Fliegerei. Dem Bericht zufolge hinterlässt Koschkin seine schwangere Frau und ein zwei Jahre altes Kind.
Die russischen Behörden haben bislang nur bestätigt, dass es einen Flugzeugabsturz mit zwei Toten gab. Zur Identität der Opfer und zur Ursache des Unglücks gibt es keine offiziellen Angaben. Der in Frankreich lebende Flugverkehrsblogger Igor Wolkow sagte dem polnischen Sender TVP zufolge, Koschkin habe sich stets an alle Flugregeln gehalten. „Die Dummheit der Soldaten kennt keine Grenzen“, zitiert TVP Wolkow. „Müde von Drohnen betätigen sie einfach nur noch den Abzug und jetzt sind zwei Menschen tot.“
