In seiner Analyse hat das Moses Mendelssohn Institut alle 89 deutschen Hochschulstandorte mit über 5.000 Studierenden – ohne Fern- und Verwaltungshochschulen – betrachtet. Die teuerste Hochschulstadt ist München mit monatlich 800 Euro, gefolgt von Hamburg und Berlin mit jeweils 650 Euro. Die Wohnkosten sind für Studierende in Sachsen-Anhalt am günstigsten: Hier müssen sie 358 Euro im Monat zahlen.
In Nordrhein-Westfalen werden durchschnittlich 485 Euro für ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft fällig, wobei Metropolen wie Düsseldorf (630 Euro) und Köln (620 Euro) am teuersten und Städte wie Bielefeld (375 Euro) und Bochum (385 Euro) am preiswertesten sind.
„Standard-WG“: Welche Wohngemeinschaften wurden berücksichtigt?
Das Moses Mendelssohn Institut, das mit dem Portal WG-Gesucht.de zusammenarbeitet, schreibt dazu: „In der Angebotsstichprobe (n=10.542) werden grundsätzlich Angebote bestehender Wohngemeinschaften mit einer Gesamtgröße von zwei bis drei Personen berücksichtigt, in welcher ein Zimmer unbefristet und nicht als Tauschangebot zur Verfügung gestellt wird. Bei den Werten handelt es sich um Warmmieten, welche überwiegend bereits Kosten für Strom, Internet sowie in den gemeinschaftlich genutzten Räumen die Möblierung und technische Ausstattung enthalten.“
So viel kostet ein WG-Zimmer in Wuppertal
Der Durchschnittspreis für ein WG-Zimmer in Wuppertal liegt bei 400 Euro und das – mit geringfügigen Abweichungen in beide Richtungen – bereits seit drei Jahren.
„Wuppertal gehört im bundesweiten Vergleich weiterhin zu den günstigeren Hochschulstandorten. Auffällig ist vor allem, dass sich ein großer Teil des Angebots in einem Bereich zwischen etwa 365 und 455 Euro bewegt. Dadurch ist es hier deutlich einfacher als in vielen anderen Städten, ein WG-Zimmer im Rahmen üblicher Wohnkostenbudgets zu finden“, ordnet Dr. Stefan Brauckmann, geschäftsführender Direktor des Moses Mendelssohn Instituts, die Wuppertaler Entwicklung ein.
WG-Preis in Wuppertal liegt über dem BAföG-Satz
83,4 Prozent der Studierenden sind an Hochschulstandorten eingeschrieben, in denen der Durchschnittspreis für ein WG-Zimmer über der BAföG-Wohnkostenpauschale in Höhe von 380 Euro liegt. Das betrifft auch Wuppertaler Studierende, wenn auch nur knapp.
Vor diesem Hintergrund richtet Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks (DSW), einen Appell an Forschungsministerin Dorothee Bär und Finanzminister Lars Klingbeil: „Lassen Sie die junge Generation nicht hängen, brechen Sie nicht das BAföG-Versprechen der Bundesregierung! Wie im Koalitionsvertrag angekündigt, muss die Wohnkostenpauschale zum kommenden Wintersemester steigen. Das anvisierte Plus von 380 auf 440 Euro ist dabei die absolute Unterkante. Insgesamt brauchen wir eine grundlegende Reform des BAföG. Es muss höher, einfacher und digitaler werden.“ »mw«