Wie lässt sich bei Schülern das Interesse an Französisch wecken? Eine Möglichkeit ist der Besuch des FranceMobil. So wie an der Carl-Benz-Gesamtschule in Wörth.

„Ein Hauch Frankreich weht durch die Klassenräume der Carl-Benz-Gesamtschule in Wörth. Das Programm FranceMobil macht hier halt und bringt nicht nur die französische Sprache und Kultur mit, sondern auch frischen Wind in den Unterricht“, hieß es in einer Pressemitteilung. Diesen konnten Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassenstufe dann direkt wahrnehmen.

Der 23-jährige Lektor Blaise Tesson – Teil eines zwölfköpfigen Teams von jungen muttersprachlichen Lektorinnen und Lektoren zwischen 20 und 30 Jahren – nahm die Schüler auf eine kleine Reise mit nach Frankreich. Er kommt aus Nantes, hat Germanistik studiert und wohnt seit drei Jahren in Deutschland.

Die Schüler konnten erste Einblicke in die französische Sprache und Kultur gewinnen. Mit viel Energie, Musik, Spielen und einfachen französischen Wörtern wurde gezeigt, wie viel Spaß die Sprache machen kann – auch ganz ohne Vorkenntnisse. Die Schüler haben dabei aktiv mitgemacht, gelacht, ausprobiert und festgestellt, dass die Fremdsprache nicht nur aus Vokabeln besteht.

Start mit dem Schaumstoffwürfel

„Mit den Fünftklässlern wollen wir ausprobieren, ob sie in der 6. Klassenstufe Französisch als Wahlpflichtfach wählen wollen. Die Schüler der 6. Klassenstufe, die es gewählt haben, können feststellen, ob sie es auch weiterhin behalten wollen“, erläuterten die Französisch-Lehrerinnen Annika Moratzky und Kristina Hennings die Ziele der Aktion im Gespräch mit der RHEINPFALZ.

Zunächst gaben die 22 Schüler einen Schaumstoffwürfel bei laufender Musik untereinander weiter. Beim Stopp mussten die Schüler, die den Würfel in der Hand hielten „Je m’appelle“ sagen und ihren Namen nennen oder auf einer Bildtafel mit „J’aime“ den Namen einer Frucht, die sie dort sahen, nennen. Dann gab es auch einen Sitzplatzwechsel beim Gehen und es hieß „J’aime“ oder „Je deteste“ und wer keinen Platz fand, musste etwas auf der Bildtafel benennen, was er liebt oder hasst.

Die 12 Schüler der 6. Klassen probierten sich in ähnlichen Spielen mit Haustieren, Alter, Wohnorten und Farben in französischer Sprache oder lernten „Le corps humain“ beim Aufheben von sechs Stylos in zwei Gruppen.

Schon 20.000 Schulen erreicht

Am Ende der Unterrichtsstunde stellte der Lektor verschiedene Fragen an die Schüler, beispielsweise, welches ihr Lieblingsspiel war. Er lobte sie aber auch, dass es super geklappt habe, dass nur Französisch gesprochen worden sei. „Ihr habt alles gut verstanden und gut gesprochen, keine Angst gehabt.“ Er konnte dann auch feststellen, dass viele Schüler schon in Frankreich waren und dass auch viele Familien in Frankreich einkaufen. Schließlich machte er ihnen die deutsch-französischen Jugendlager schmackhaft, an denen er auch selbst teilgenommen hat.

Sowohl die Schüler der 5. als auch die der 6. Klassenstufen waren begeistert von dieser Unterrichtsstunde. „Es war sehr schön, sehr lustig, hat viel Spaß gemacht“, lautete ihre Resonanz. Die Lehrer sind nun gespannt, wie viele Französisch als zweite Sprache wählen oder sie nach der 6. Klasse beibehalten.

Das FranceMobil ist schon seit 2002 unterwegs und hat bereits über 1,6 Millionen Schüler an 20.000 Schulen erreicht. Das Programm ist kostenlos und steht allen allgemein- und berufsbildenden Schule offen. Es wird vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) in Zusammenarbeit mit der Französischen Botschaft – Institut francais Deutschland angeboten und vom deutsch-französischen Institut Erlangen (dFi) sowie dem Ernst Klett-Verlag unterstützt. Zudem beteiligen sich die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Rheinland-Pfalz finanziell an FranceMobil.