Es begann vor genau 130 Jahren: Am 25. März 1896 gründeten vier Düsseldorfer Industrielle die Rheinische Bahngesellschaft AG. Und deren Geschichte ist eng mit der Entwicklung Düsseldorfs verknüpft. Mit dem Bau der Oberkasseler Brücke erschloss sie Ende des 19. Jahrhunderts die linksrheinischen Gebiete und legte damit auch einen Grundstein für ihr Wachstum. Die erste elektrische Schnellbahn Europas zwischen Düsseldorf und Krefeld setzte Maßstäbe.
Zur gleichen Zeit entwickelte sich die Stadt rasant: 1850 wohnten in Düsseldorf noch rund 27.000 Menschen, im Jahr 1900 wurden bereits 213.711 Einwohner gezählt. Eine Verachtfachung in nur 50 Jahren. Und auch die Mobilität veränderte sich: Erste private Pferdeomnibusse fuhren ab etwa 1840 und stellten Verbindungen zwischen den Düsseldorfer Bahnhöfen, der Altstadt und den Rheinschiffen her. Bis 1900 wurde die Pferdestraßenbahn das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel. Dann aber, mit der Vorführung der ersten elektrischen Straßenbahn der Welt in Berlin, kam es zum jähen Ende des Verkehrsmittels. Am 21. Juni 1900 rollte die letzte Pferdebahn, am Tag darauf fuhren die Düsseldorfer elektrisch.
Es folgten Meilensteine wie die Beteiligung an der Gründung des Düsseldorfer Flughafens, der Bau des ersten U-Bahntunnels in den 1970er-Jahren sowie die Wehrhahn-Linie als eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Stadt. Nun feiert die Rheinbahn Jubiläum. 130 Jahre nach ihrer Gründung bewegt sie jährlich mehr als 200 Millionen Fahrgäste, steuert mehr als 1700 Haltestellen auf rund 570 Quadratkilometern an. Sie verbindet die Landeshauptstadt mit dem Kreis Mettmann, dem Rhein-Kreis Neuss und weiteren Kommunen. Dabei bringt die Rheinbahn Menschen zur Arbeit, zur Schule und in ihrer Freizeit.
„Mobilität ist kein Selbstläufer – sie ist harte Arbeit und tägliche Verantwortung“, sagt Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe. Jetzt gehe es darum, das System konsequent weiterzuentwickeln: „Leistungsfähig im Betrieb, klimafreundlich und so attraktiv, dass deutlich mehr Menschen den öffentlichen Personennahverkehr nutzen“, sagt Grabbe. „Die Mobilitätswende entscheidet darüber, wie wirtschaftlich stark, klimafreundlich und lebenswert unsere Region in Zukunft sein wird. Sie braucht klare Prioritäten und verlässliche Rahmenbedingungen.“ Die Rheinbahn übernehme dabei mit den kommunalen Partnern eine zentrale Rolle.
Für die Landeshauptstadt sei die Rheinbahn ein entscheidender Standortfaktor, sagt Oberbürgermeister Stephan Keller. „Sie ist ein Mobilitätsunternehmen, das tagtäglich viele Pendler befördert, Messegäste sicher ans Ziel bringt, Fußballfans eine gute An- und Abreise ermöglicht oder auch die Besucherinnen und Besucher unserer Großveranstaltungen komfortabel transportiert.“
Heute steht das Unternehmen erneut vor einer zentralen Aufgabe: der Mobilitätswende. Auch wenn zuletzt noch neue Dieselbusse in Betrieb genommen wurden: Die Rheinbahn treibt die Elektrifizierung ihrer Busflotte voran, bis 2040 will das Unternehmen klimaneutral sein, bis 2035 sollen die Emissionen um 25 Prozent reduziert werden. Man erprobt Wasserstoff- und Batterietechnologien sowie autonome Betriebslösungen und investiert in Infrastruktur und Betrieb.
Große Projekte wie die neue Stadtbahnverbindung U81 sollen wichtige Standorte künftig besser vernetzen. Gleichzeitig baut die Rheinbahn ihre digitalen Angebote aus – etwa mit dem bargeld- und papierlosen Ticketsystem Calo. Das selbst erklärte Ziel des Unternehmens: Mehr Menschen für Bus und Bahn zu gewinnen und so einen spürbaren Beitrag zum Klimaschutz in Düsseldorf und der Region zu leisten.