Borussia Düsseldorf bleibt das Maß aller Dinge in der Tischtennis-Bundesliga – und an diesem Abend hatte der Erfolg vor allem ein Gesicht: Kanak Jha. Der Deutsch-Amerikaner führte sein Team mit zwei starken Einzelsiegen zum 3:1-Erfolg gegen den TSV Bad Königshofen und war damit Spieler des Abends.
„Ich habe zweimal 3:1 gespielt, das ist gut und ich bin darüber sehr glücklich“, sagte Jha nach der Partie – und man spürte sofort, wie viel ihm dieser Abend bedeutete. Besonders sein zweites Match hatte es in sich: „Gegen André war es schon nicht leicht, aber gegen Basti Steger sehr schwer. Er ist so gefährlich, hat extrem viel Erfahrung… ich finde, er ist eine Legende.“ Worte, die zeigen, mit welchem Respekt – aber auch mit welcher mentalen Stärke Jha an den Tisch ging. Denn genau diese Mischung machte am Ende den Unterschied.
Iha dominiert nach Belieben
Schon im Auftaktspiel setzte Jha ein klares Zeichen. Gegen die deutsche Nachwuchshoffnung André Bertelsmeier dominierte er zunächst nach Belieben. Variabel, druckvoll und mit viel Gefühl ließ er seinem 20-jährigen Gegner in den ersten beiden Sätzen kaum Luft zum Atmen. Zwar schlich sich im dritten Durchgang ein kleiner Bruch in sein Spiel ein, den Bertelsmeier nutzte, doch der gebürtige Kalifornier blieb ruhig. Er fand schnell zurück zu seiner Linie, erhöhte wieder Tempo und Präzision – und brachte Düsseldorf mit einem 3:0 (11:5, 11:7, 11:7)-Sieg souverän mit 1:0 in Führung.
Doch die Partie blieb intensiv. Im zweiten Spiel trafen mit Li Yongyin und Bastian Steger zwei völlig unterschiedliche Spielphilosophien aufeinander. Li, kompromisslos und offensiv, suchte den schnellen Punkt. Steger hingegen verteidigte mit unglaublicher Geduld, brachte Ball um Ball zurück und wartete auf seine Chance. Es entwickelte sich ein echtes Duell auf Augenhöhe, geprägt von spektakulären Ballwechseln und taktischer Finesse. Am Ende ging das Match über die volle Distanz – mit dem besseren Ende für den erfahrenen Steger, der sich mit 3:2 (15:13, 3:11, 9:11, 11:7, 11:8) durchsetzte. Beim Stand von 1:1 war nun wieder alles offen.
Källberg konzentriert und souverän
Nach der Pause übernahm Anton Källberg Verantwortung. Der Schwede zeigte eine konzentrierte Leistung gegen Filip Zeljko und ließ sich auch von einem kurzen Wackler im ersten Satz nicht aus der Ruhe bringen. Mit einem klaren 3:0 (11:9, 11:4, 11:6) stellte er die Führung für den Rekordmeister wieder her und legte damit den Grundstein für den Gesamtsieg.
Dann kam der Moment, der den Abend endgültig prägen sollte – und wieder stand Kanak Jha im Mittelpunkt. Gegen Bastian Steger entwickelte sich ein hochklassiges Spiel, das alles hatte: Tempo, Emotionen und Spannung bis zum letzten Ballwechsel. Jha startete stark, setzte Steger früh unter Druck und sicherte sich die ersten beiden Sätze. Doch wie er selbst sagte: Ein 2:0 bedeutet gegen einen Spieler wie Steger noch lange nichts.
Der dritte Satz ging verloren, und im vierten musste Jha sogar einem Rückstand hinterherlaufen. Ein Satzball gegen sich – die Halle hielt den Atem an. Doch genau hier zeigte sich seine Klasse. „Man muss gegen ihn immer wieder die Taktik ändern“, hatte Jha erklärt – und genau das tat er. Er wurde wieder aggressiver, spielte schneller, mutiger. Punkt für Punkt kämpfte er sich zurück, drehte den Satz und verwandelte schließlich den entscheidenden Ball zum 3:1 (11:5, 11:8, 6:11, 12:10).
Mit diesem Sieg machte Jha nicht nur den Deckel auf die Partie, sondern krönte auch seine eigene Leistung – zwei Siege, beide mit 3:1, gegen starke Gegner. Es war ein Auftritt, der Selbstvertrauen, Reife und spielerische Klasse vereinte.
Auch Cheftrainer Danny Heister zeigte sich zufrieden: „Die ganze Liga ist relativ stark und ausgeglichen. Bad Königshofen hat alles reingeworfen, aber wir auch. Es gab zwei knappe Spiele – eins haben wir gewonnen, eins verloren. Die anderen waren deutlich. Ich bin sehr zufrieden, wir bleiben an der Spitze und das ist das Ziel.“
Mit dem achten Sieg im achten Spiel im Jahr 2026 bleibt Borussia Düsseldorf damit unangefochten Tabellenführer. Doch viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht: Schon am Freitag wartet mit Werder Bremen der direkte Verfolger. Bevor am 15. April das letzte Heimspiel der Saison gegen Grenzau ansteht, geht es also in der Hansestadt um nicht weniger als die nächste Bewährungsprobe.
Eines aber steht nach diesem Abend fest: Wenn Kanak Jha in dieser Form spielt, ist Borussia Düsseldorf nur schwer zu stoppen.