26. März 2026 – Chiara-Lee Haartje
Soll der Elbtower mit Steuergeld gerettet werden? In Hamburgs Bürgerschaft prallen die Meinungen aufeinander. Während der Senat Chancen sieht, spricht die Opposition von Wortbruch und einem teuren Prestigeprojekt.
In der Hamburgischen Bürgerschaft ist erneut ein heftiger Streit um die Zukunft des Elbtowers entbrannt. Die CDU kritisiert die Pläne des Senats scharf und wirft Bürgermeister Peter Tschentscher Wortbruch vor. Hintergrund ist die Überlegung, einen Teil des Hochhauses für das geplante Naturkundemuseum zu nutzen. Dafür könnte die Stadt rund 595 Millionen Euro investieren. CDU-Fraktionschef Dennis Thering bezeichnete dies als „schlechtes Regieren“ und forderte mehr Transparenz.
Rot-Grün sieht wirtschaftliche Chance
Vertreter von SPD und Grünen wiesen die Vorwürfe zurück und sprachen von politischem Kalkül. Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein betonte, die Kombination aus Elbtower und Museum könne wirtschaftliche Vorteile bringen.
Auch der Grünen-Politiker Dennis Paustian-Döscher unterstrich, dass die Fertigstellung grundsätzlich ein privatwirtschaftliches Projekt bleibe. Gleichzeitig habe der Bau eine große Bedeutung für die Stadtentwicklung – nicht zuletzt, um eine dauerhafte Bauruine zu verhindern.
Hintergrund: Baustopp nach Signa-Insolvenz
Der Bau des Elbtowers liegt seit Oktober 2023 auf Eis. Grund ist die Insolvenz der Signa-Gruppe des österreichischen Investors René Benko. Seitdem wird nach Lösungen gesucht, das Projekt doch noch zu vollenden.
Aktuell verhandelt ein Konsortium um Immobilieninvestor Dieter Becken über den Kauf des Rohbaus in der HafenCity.
Kritik von Linken und AfD
Auch aus anderen Oppositionsfraktionen kommt deutliche Kritik. Der Linken-Politiker Marco Hosemann sieht im Museumskonzept vor allem den Versuch, die Verantwortung für die Bauruine zu kaschieren.
Der AfD-Abgeordnete Thomas Reich bezeichnete den Elbtower als „Mahnmal“ für den Umgang mit Steuergeld und kritisierte die Risikoplanung des Senats.
Entscheidung mit Signalwirkung
Die Debatte zeigt: Die Zukunft des Elbtowers ist nicht nur eine Frage der Stadtentwicklung, sondern auch ein politischer Gradmesser. Ob das Projekt als Chance oder als kostspieliges Prestigevorhaben endet, dürfte weit über Hamburg hinaus Beachtung finden.
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Foto: Bloomicon / Shutterstock.com
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