Wegen seiner Flasche
ZDF verweigert Skistar von 1860 München das Interview
26.03.2026 – 10:02 UhrLesedauer: 2 Min.
Linus Straßer schaut skeptisch (Archivbild): Der 33-Jährige blickt auf eine durchwachsene Weltcup-Saison. (Quelle: Imago/Beautiful Sports International)
Nach dem letzten Rennen des Winters will das ZDF ein Interview mit Linus Straßer führen. Doch daraus wird nichts. Der Grund: eine Forderung des Skifahrers von 1860 München.
Mit seinem sportlichen Abschneiden beim Weltcup-Finale kann Linus Straßer eigentlich recht zufrieden sein. Im Slalom von Lillehammer (Norwegen) raste der Ski-Star des TSV 1860 München am Mittwoch nach Platz 13 im ersten Durchgang am Ende noch auf Rang neun. Weniger glücklich dürfte er hingegen über eine Situation im Anschluss an das Rennen gewesen sein.
Denn eigentlich hätte der 33-Jährige im ZDF noch ein Interview geben sollen. Doch daraus wurde nichts, wie Moderatorin Amelie Stiefvatter den Zuschauern erklärte. Der Grund: Straßer habe darauf bestanden, dass sein Flaschensponsor im Bild zu sehen sei. „Das ist leider Schleichwerbung und im öffentlich-rechtlichen Rundfunk verboten. Dementsprechend kam das Interview nicht zustande“, sagte sie am Ende der Live-Übertragung.
Um welchen Sponsor es sich genau handelt, wurde nicht klar. Wahrscheinlich ist aber, dass Straßer die Marke Hydraid prominent im Fernsehen platzieren wollte. Zumindest posiert der Münchner auf seinem Instagram-Account in Werbevideos immer wieder mit einer Flasche des Herstellers von Kohlenhydrat-Elektrolyt-Lösungen. Diese sollen die Wasseraufnahme während körperlicher Betätigung verbessern.
Auch in einem Interview, das er nach seinem zweiten Lauf in Lillehammer dem Privatsender Eurosport gab, hielt er eine Flasche von Hydraid in die Kamera. Dabei blickte der „Löwen“-Star kritisch auf die Saison zurück, die für ihn eher durchwachsen verlief. Platz 31 im Gesamtweltcup und Rang elf im Slalom-Weltcup sind seine schlechtesten Ergebnisse seit sechs Jahren.
„Die Saison war nicht ganz einfach“, sagte er. Einzig in Kitzbühel war Straßer – vor den Augen von 1860-Präsident Gernot Mang – in diesem Winter im Weltcup aufs Podest gerast. Bei den Olympischen Spielen in Cortina d’Ampezzo (Italien) kam er nicht über Platz neun im Slalom hinaus. Besser lief es dagegen bei der Ski-WM im österreichischen Saalbach, bei der er sich im Februar die Bronzemedaille sicherte.
Er freue sich nun einerseits „unglaublich auf das Saisonende“ und die Möglichkeit, ein wenig zur Ruhe kommen zu können. „Weil es mental sehr anstrengend war.“ Auf der anderen Seite sei er etwas traurig, da er zuletzt immer besser in Form gekommen sei. Das gebe ihm aber Motivation für die neue Saison. „Weil ich definitiv merke, dass da noch mehr drin ist“, erklärte Straßer.
