Die Zahl der Krebserkrankungen steigt – gleichzeitig wird die medizinische Versorgung immer komplexer.

NÖ. Um Patientinnen und Patienten bestmöglich zu betreuen, setzt Niederösterreich verstärkt auf Zusammenarbeit zwischen den Klinikstandorten. Ziel ist es, vorhandene Expertise zu bündeln und eine einheitlich hohe Behandlungsqualität sicherzustellen.

Der Gesundheitsplan 2040+ liefert dafür die strategische Grundlage. „Der Gesundheitsplan schafft Klarheit und Entlastung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Durch die Zusammenführung von Kompetenzen erreichen wir eine höhere Behandlungsqualität. Mit dem NÖ Tumornetzwerk schaffen wir eine abgestufte, moderne und zukunftsorientierte onkologische Versorgung“, betont der für die Landeskliniken zuständige Landesrat Anton Kasser.

Zentrales Tumorboard als wichtiger Meilenstein

Ein zentraler Baustein dieser Weiterentwicklung ist das hämatologische Tumorboard, das als erstes Projekt im Rahmen des Tumornetzwerks umgesetzt wurde. Hier arbeiten Expertinnen und Experten standortübergreifend zusammen, um für jeden einzelnen Fall die bestmögliche Therapie festzulegen.

Alle relevanten Befunde werden vorab eingebracht und anschließend in gemeinsamen Online-Besprechungen analysiert. Dieses strukturierte Vorgehen sorgt für Qualitätssicherung und eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Behandlungsmethoden.

Vorständin Elisabeth Bräutigam erklärt dazu: „Wir verfolgen ein klares Ziel: den schrittweisen Aufbau eines flächendeckenden Tumornetzwerks. Mit dem ersten Meilenstein haben alle Patientinnen und Patienten in Niederösterreich mit einer hämatologischen Krebserkrankung Zugang zu den Expertinnen und Experten für diese Erkrankung im Bundesland Niederösterreich, unabhängig vom Ort des Erstkontakts.“

Spezialisierung und wohnortnahe Behandlung

Seit Ende 2025 sind alle relevanten Klinikstandorte – darunter Krems, St. Pölten und Wiener Neustadt – in das System eingebunden. Bereits rund 800 Patientinnen und Patienten konnten von diesem vernetzten Ansatz profitieren. Grundlage dafür ist ein gemeinsames onkologisches Informationssystem, das eine reibungslose Zusammenarbeit ermöglicht.

Die moderne Krebsmedizin erfordert zunehmend Spezialisierung. „Die Onkologie ist heute so komplex geworden, dass es den ‚einen‘ Krebsarzt, der alle Tumorarten gleichermaßen optimal behandeln kann, in dieser Form nicht mehr gibt. An seine Stelle ist ein eng vernetztes Team von Spezialistinnen und Spezialisten getreten, die sich jeweils auf bestimmte Tumorarten konzentrieren und in ihrem Bereich höchste Expertise aufbauen“, erklärt Prim. Josef Singer, Leiter der Abteilung für Innere Medizin 2 am Universitätsklinikum Krems.

Durch diese enge Vernetzung wird sichergestellt, dass Patientinnen und Patienten unabhängig von ihrem Wohnort Zugang zu bestmöglicher Behandlung erhalten – kombiniert mit dem Vorteil einer wohnortnahen Betreuung.

Das könnte dich auch interessieren:

Neue Resolution soll Bauern vor Stalleinbrüchen schützen

Im WIFI NÖ entstehen in St. Pölten die Fachkräfte von morgen