Rätselhafter Rocker-Tod

Staatsanwalt beschlagnahmt Leiche

26.03.2026 – 12:27 UhrLesedauer: 2 Min.

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Hells-Angels-Jacken (Symbolbild): Erkan A. war lange Zeit bei den Hells Angels. Vor seinem Tod soll er dann aber zu den Bandidos übergelaufen sein. (Quelle: Franziska Kraufmann/dpa/dpa-bilder)

Jahrelang suchen die Behörden den Rocker Erkan A. – dann wird plötzlich bekannt, dass er im Iran gestorben sein soll. Auch die deutschen Behörden schalten sich ein.

Die Staatsanwaltschaft hat am Dienstag die Leiche eines seit elf Jahren gesuchten Mordverdächtigen am Flughafen Köln/Bonn beschlagnahmt. Erkan A. war einst Chef der Kölner Hells Angels und hatte sich nach der Tat in den Iran abgesetzt. Die Angehörigen des 39-Jährigen hatten den Leichnam zur Bestattung nach Deutschland überführen lassen.

Erkan A. galt als Deutschlands meistgesuchter Rocker. Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer erklärte der „Bild“-Zeitung: „Der Leichnam ist beschlagnahmt worden – um zu prüfen, ob es sich tatsächlich um Erkan A. handelt.“ Die Untersuchung habe nun zweifelsfrei bestätigt, dass es sich bei dem Toten um Erkan A. handelt.

Aus Deutschland soll sich der 39-Jährige nach der Tat über die Türkei in den Iran abgesetzt haben. Dort kam er Mitte März ums Leben – aus bislang noch nicht geklärten Umständen. Wie die „Bild“ berichtet, wurde A. laut den iranischen Behörden tot in einem Hotel gefunden. In Rockerkreisen werde ein natürlicher Tod in Zweifel gezogen, heißt es weiter. Denn: Ein Freund von A. aus dem Iran soll ebenfalls mit dem Tod kämpfen – und Vergiftungssymptome aufweisen.

In der Rechtsmedizin seien keine äußeren Hinweise auf ein Fremdverschulden festgestellt worden, sagte Bremer. Toxikologische Untersuchungen, mit denen der Vermutung nachgegangen wird, der 39-Jährige könne vergiftet worden sein, dauerten an.

In Deutschland wurde elf Jahre lang nach Erkan A. gesucht. Der 39-Jährige soll 2015 in einer Kölner Kneipe, damals als Chef der Kölner Hells Angels, einen 29-Jährigen erschossen haben. Zwei weitere Männer wurden dabei lebensgefährlich verletzt.

Bei dem Mord soll es sich um einen Racheakt für einen Einbruch in einen Hells Angels-Treffpunkt handeln. Im Prozess gegen einen Mittäter hatte die Staatsanwältin damals von einer „eiskalten Hinrichtung“ gesprochen.