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Düsseldorf – Henkel kennt fast jeder – vor allem aus dem Supermarktregal. Marken wie Persil oder Schwarzkopf gehören zum Alltag. Doch der Düsseldorfer Konzern baut sein Geschäft gerade massiv um und greift dafür erneut tief in die Tasche.
Für rund 1,4 Milliarden Dollar, umgerechnet 1,21 Milliarden Euro, übernimmt der Persil-Hersteller die US-Haarpflegemarke Olaplex. Henkel bietet 2,06 Dollar je Aktie. Der Mehrheitseigentümer Advent unterstützt den Deal, das Unternehmen soll nach der Übernahme von der Börse genommen werden. Noch müssen die Behörden zustimmen.
Mit dem Zukauf baut Henkel gezielt sein Beauty-Geschäft aus. Olaplex gilt als Premium-Marke mit starker Stellung bei Friseuren und im Onlinehandel. Die Produkte setzen auf wissenschaftsbasierte Formeln – und haben ihren Preis: Ein Shampoo kostet schnell rund 32 Euro für 250 Milliliter.
Zweiter Haar-Deal in kurzer Zeit
2025 setzte Olaplex rund 370 Millionen Euro um und war sehr profitabel. Für Henkel ist die Marke damit vor allem eines: ein wachstumsstarkes Geschäft mit viel Potenzial. Auffällig: Es ist bereits der zweite große Haar-Deal in kurzer Zeit. Erst Anfang März hatte Henkel die US-Marke „Not Your Mother’s“ übernommen. Das Unternehmen kommt auf rund 190 Millionen Euro Umsatz – und legte zuletzt deutlich zu. Henkel wurde zwar mit Waschmitteln wie Persil bekannt, heute verdient der Konzern sein Geld aber vor allem mit Klebstoffen für Industrie und Technik – etwa für Autos, Verpackungen oder Elektronik.
Mehr zum ThemaMilliarden-Wette auf Beauty
Jetzt rückt ein anderes Geschäft stärker in den Fokus: Beauty. Mit hochpreisigen Haarpflegeprodukten will Henkel künftig stärker wachsen – und setzt dabei vor allem auf den US-Markt. Konzernchef Carsten Knobel (57) sagt: „Diese Transaktion ermöglicht uns, unser Haarpflegegeschäft auszubauen und eröffnet vielversprechendes Potenzial für weiteres Wachstum und Innovation.“

Henkel-Chef Carsten Knobel (57) treibt den Ausbau des Beauty-Geschäfts voran
Foto: NILS HENDRIK MUELLER/Henkel
Der Milliarden-Deal zeigt: Der Persil-Konzern will im globalen Beauty-Markt stärker mitmischen. Vor allem im lukrativen Premium-Segment wittern die Düsseldorfer große Chancen – und setzen dabei gezielt auf Wachstum in den USA, dem wichtigsten Haarpflege-Markt der Welt.