Wobei „idealisieren“ nicht „verfälschen“ bedeutet, auch wenn im Panometer-Riff die Welt ein wenig schöner aussieht als in der Wirklichkeit. Denn die hat dem Naturwunder mit dem Klimawandel schon einiges an Schönheit und Zauber genommen: mehr als die Hälfte seiner Korallen sind aufgrund hoher Wassertemperaturen infolge der globalen Erwärmung bereits verloren. Aber auch darum geht es Yadegar Asisi, der sich bei seinen Arbeiten immer von Fachwissenschaftlern beraten lässt. Dr. Moshira Hassan ist Meeresökologin und Riff-Expertin – und sie sagte am Vortag der Eröffnung im Panometer: „Es ist ein sehr frustrierender Job, wenn dein Job ist, die Gesundheit zu dokumentieren. In den letzten Jahrzehnten ging es immer fast überall furchtbar bergab. So, nun komme ich hierher und sage Ihnen, das hier ist fast ausschließlich Diversität und Schönheit. Mir tut es persönlich gut, mal Pause zu haben von Horror und mich wieder daran zu erinnern!“

Die andere Perspektive, die des Schönen, soll also auch ein Denkanstoß sein. Deswegen gibt es neben den faszinierenden Bildern der Riff-Welten mit vielen Details, Fischschwärmen, beobachtenden Tauchern, Schildkröten und einer Präsentation mit ausgeklügeltem Licht und eigens von Eric Babak komponierten Soundteppich auch einen Ausstellungsteil mit umfangreichen Informationen. Da muss man durch auf dem Weg zur Pano-Show – und man sollte sich Zeit nehmen: lohnt sich!