Stand: 26.03.2026 19:53 Uhr
Auf dem Rathausmarkt in Hamburg haben sich am Donnerstagabend Tausende Menschen versammelt, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren. Auslöser ist der kürzlich bekannt gewordene Fall der Schauspielerin Collien Fernandes – die überraschend auch selbst auf der Bühne erschien.
Bei einem kurzen Auftritt sagte sie mit tränenerstickter Stimme: „Ich stehe hier mit schusssicherer Weste unter Polizeischutz, weil Männer mich killen wollen.“ Die Morddrohungen gegen sie waren der Grund, warum sie eigentlich nicht zu der Kundgebung in Hamburg kommen wollte. Unter dem Applaus der Demonstrierenden sagte sie: „Lasst uns alle zusammen die Mauern des Schweigens einreißen.“
Veranstalter zählen 22.000 Teilnehmende

Tausende Menschen kamen auf den Rathausmarkt.
Damit traf sie den Ton der Kundgebung, an der nach Angaben der Veranstaltenden 22.000 Menschen kamen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demonstration zeigten sich wütend und betroffen über die Entwicklungen. Darüber, dass Gewalt gegen Frauen immer noch so ein großes Thema ist – und nie weniger geworden sei. „Es gibt keine Frau, die noch keine Gewalterfahrung gemacht hat“, das Patriarchat sei immer noch viel zu mächtig, sagen viele der Teilnehmerinnen.
Viele Männer bei der Demo dabei
Gewalt müsse nicht immer körperlich sein – es könne auch psychische oder verbale Gewalt sein. Zu der Kundgebung sind auch viele Männer gekommen. Ihnen ist es wichtig, sich mit den Frauen zu solidarisieren.
„Die Scham muss die Seite wechseln!“
Die Hamburger SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Annika Urbanski schrieb in ihrem Demonstrationsaufruf bei Instagram: „Es reicht! Die Scham muss die Seite wechseln!“ Unterstützt wurde der Aufruf unter anderem von der „Fridays For Future“-Aktivistin Luisa Neubauer. Der Schutz für Betroffene durch Gesetze in Deutschland sei unzureichend, das müsse geändert werden, hieß es in dem Demonstrationsaufruf.
Gallina fordert schärfere Gesetze
Ähnlich hatte sich am vergangenen Freitag bereits Justizsenatorin Anna Gallina im NDR Hamburg Journal geäußert. Das Thema sexualisierte digitale Gewalt sei ein aufwachsendes Problem, sagte die Grünen-Politikerin. Bislang sei es nicht strafbar, wenn man etwa nicht einvernehmlich gefälschte Sex-Videos von Frauen erstellt, die dort zum Objekt gemacht werden.
Ulmen-Anwalt kündigt rechtliche Schritte an
Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte Vorwürfe der Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen öffentlich gemacht. Dessen Anwalt spricht von unzulässiger Verdachtsberichterstattung und kündigte rechtliche Schritte an. Es gilt die Unschuldsvermutung. Fernandes behauptet, Ulmen habe jahrelang gefälschte Nacktfotos und Videos von ihr verbreitet.

Immer häufiger tauchen manipulierte Videos und Fotos im Internet auf – sogenannte Deepfakes. Sie können bei den Betroffenen großen Schaden anrichten.

Nachdem Vorwürfe gegen Christian Ulmen bekannt geworden sind, gefälschte Sexvideos seiner Frau Collien Fernandes verbreitet zu haben, rücken Deepfakes in den Fokus.

Gesetz gegen digitale Gewalt
Nach den Vorwürfen von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann will Justizministerin Hubig ein geplantes Gesetz gegen digitale Gewalt zügig umsetzen. Dafür erhält sie parteiübergreifend Zuspruch. Fernandes selbst wirbt für eine Demo.

Nach Vorwürfen gegen Ex-Mann
Collien Fernandes gibt erstes Interview, betont die Folgen digitaler Gewalt und ruft zur Demo in Berlin auf.

Fernandes in den tagesthemen
Die Schauspielerin Collien Fernandes wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vor, er habe Fake-Profile mit pornografischen Inhalten über sie erstellt. In den tagesthemen fordert sie, Opfer von digitaler Gewalt besser zu schützen.

Zudem will die Grünen-Politikerin auch Regelungen gegen den Besitz von echten Vergewaltigungsvideos schaffen.