Die Stadt Augsburg will all ihre Straßen und ausgewählte Geh- und Radwege digital erfassen. Spezialfahrzeuge eines beauftragten Unternehmens fahren daher von April an durch die Stadt. Ähnlich wie bei „Google Street View“ werden durchgängige 3D-Aufnahmen gemacht, auf denen unter anderem das Straßennetz, aber auch die angrenzende Bebauung dokumentiert sind.
Von Anfang April bis Ende Mai werden die Autos der Firma „iNovitas“ im Auftrag des Geodatenamtes der Stadt Augsburg unterwegs sein. Ein speziell ausgerüstetes Messfahrzeug mit Kameras und Laserscanner fahre – abhängig von der Witterung – das Stadtgebiet ab und dokumentiere alle relevanten Objekte im Straßenraum, erklärt das Geodatenamt. Erfasst werden demnach etwa Fahrbahnen, Bordsteine, Verkehrszeichen, Markierungen, Begrünungen sowie die angrenzende Bebauung. „Die dabei entstehenden hochauflösenden 3D-Aufnahmen bilden die Grundlage für ein digitales Abbild des öffentlichen Raums“, so das Amt.
Damit die Daten möglichst aktuell bleiben, möchte die Stadt künftig alle zwei Jahre Autos mit Kameras losschicken. Das 3D-Abbild habe für die Stadt einen enormen Mehrwert, so das Geodatenamt. „Denn für zahlreiche Aufgaben – von der Verkehrsplanung über die Instandhaltung bis hin zur Stadtgestaltung – sind präzise und aktuelle Informationen über den Zustand und die Ausstattung des Straßenraums unverzichtbar.“ Mitarbeitende der Stadtverwaltung könnten künftig viele Fragestellungen direkt am Bildschirm klären, ohne vor Ort sein zu müssen.
Veröffentlichung der Bilder im Internet nicht vorgesehen
„Mit der digitalen Straßenraumbefahrung schaffen wir eine moderne, verlässliche Datengrundlage für viele Entscheidungen, die den Alltag der Augsburgerinnen und Augsburger direkt betreffen. Die neuen 3D-Aufnahmen ermöglichen uns, schneller, präziser und nachhaltiger zu planen – vom Erhalt unserer Straßen über sichere Wege bis hin zur Gestaltung des öffentlichen Raums“, begründet der Augsburger Baureferent Steffen Kercher das Projekt. Die digitale Straßenraumbefahrung sei zugleich „ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur smarten und vernetzten Stadt Augsburg“. Die gewonnenen Geo- und 3D-Daten sollen künftig eine zentrale Grundlage für digitale Anwendungen bilden, zum Beispiel für intelligente Verkehrssteuerung, verbesserte Mobilitätsplanung, barrierefreie Routeninformationen oder präzisere Einsatzplanung für städtische Dienste.
Und der Datenschutz? Die Befahrung erfolge „im Rahmen eines abteilungsübergreifenden Projekts unter klaren datenschutzrechtlichen Vorgaben“, heißt es von der Stadt Augsburg. „Vor der Nutzung durch die Verwaltung werden alle Personen und Fahrzeuge automatisch anonymisiert.“ Eine Veröffentlichung der Bilder im Internet sei nicht vorgesehen. Der Zugriff auf die erhobenen Daten sei ausschließlich für berechtigte Mitarbeitende der Stadt Augsburg sowie für beauftragte Unternehmen möglich.
az