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München – Wird München wieder zum Wallfahrtsort für Wellenreiter? Seit Donnerstag baut sich die berühmte Eisbachwelle im Englischen Garten augenscheinlich wieder auf. Der Surf-Spot war nach Reinigungsarbeiten im Bachbett im Herbst kollabiert. Ob reine Naturkräfte dahinterstecken, ist allerdings fraglich.

Das zuständige Referat für Klima- und Umweltschutz in München teilte auf BILD-Anfrage mit: „Wir haben gehört, dass sich bei der Welle was getan hat.“ Jetzt müsse man sich erst ein Bild von der Lage machen. „Es wäre schön, wenn die Natur sich selbst heilt.“

Die Eisbachwelle – hier 2024 – war jahrzehntelang ein Anziehungspunkt für Surfer

Die Eisbachwelle – hier 2024 – war jahrzehntelang ein Anziehungspunkt für Surfer

Foto: Peter Kneffel/dpa

Eisbachwelle kollabierte nach Reinigung

Nach der Reinigung des Bachbetts im Herbst 2025 war die weltberühmte Eisbachwelle am Haus der Kunst in sich zusammengefallen. Offenbar wurde bei den Arbeiten auch Kies weggebaggert, der die Welle seit Jahrzehnten formte. Surfen war plötzlich nicht mehr möglich.

Bei der Reinigung des Bachbetts wurde Kies weggebaggert

Bei der Reinigung des Bachbetts wurde Kies weggebaggert

Foto: Fotostand

Im November startete ein Projektversuch mit einem Strömungsexperten. Er machte die Welle probeweise auf einem kleinen Abschnitt surfbar. Doch es blieb bei kurzfristigen „Rückkehr-Momenten“. Teilweise baute sich die Welle wieder etwas auf. Oft blieb sie aber instabil und unberechenbar – mit gefährlichem Weißwasser.

Strömungsexperten und Surfer versuchten im November, die verschwundene Eisbachwelle zu aktivieren

Strömungsexperten und Surfer versuchten im November, die verschwundene Eisbachwelle zu aktivieren

Foto: Malin Wunderlich/dpa

An Weihnachten erzeugten Surfer die Welle mit einer illegal installierten Holzkonstruktion künstlich. Die Stadt ließ sie entfernen und verhängte ein totales Surfverbot. Dass die Welle seit Jahrzehnten als Münchner Wahrzeichen gilt und Surfer und Touristen aus aller Welt anlockte: egal.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag 2025 ritten Surfer die illegal und künstlich erzeugte Welle

Am zweiten Weihnachtsfeiertag 2025 ritten Surfer die illegal und künstlich erzeugte Welle

Foto: IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Neue Welle als Signal an neuen OB?

Ob sich die Welle wirklich ganz alleine aufbaute, ist allerdings noch nicht sicher. Zwar könnte sich durch die Strömung eine stabile Kiesbank, an der sich die Eisbachwelle aufbauen kann, gebildet haben. Denkbar ist aber auch, dass Surfer nach der Wahl des neuen Oberbürgermeisters Dominik Krause (Grüne) zeigen wollten, wie schnell sich mit kleinen Einbauten in den Bach eine große Wirkung erzielen lässt, und ein Wasserhindernis versenkten.

Nachdem im April 2025 eine Surferin (33) an der Welle ums Leben kam, hatte sich Krause für eine schnelle Wiedereröffnung des daraufhin gesperrten Surfspots ausgesprochen. Denn die Eisbachwelle gehöre zur Identität der Stadt.