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Hamburg – Überraschender Auftritt von Schauspielerin Collien Fernandes (44) auf einer Demo in der Hansestadt! Bei der Kundgebung für die Opfer sexualisierter Gewalt hielt sie, obwohl sie im Vorfeld Morddrohungen bekam, eine kurze Rede. Sie forderte die Täter auf, ihre Taten offenzulegen – und sprach den Opfern Mut zu.

„Ich stehe hier mit kugelsicherer Weste und Personenschutz“, sagt Fernandes am frühen Abend bei der Demonstration auf dem Hamburger Rathausmarkt. Sie wollte rauskommen und stark sein, was in ihrer Situation sehr schwierig sei. Weiter sagt der TV-Star: „Ich glaube, dass oft unterschätzt wird, was so was mit einem macht. Was es auf der emotionalen Ebene bedeutet.“

Fernandes nach ihrem Auftritt

Collien Fernandes wirkt nach ihrem Auftritt erleichtert

Foto: Olaf Itrich

Fernandes spricht Täter und Opfer an

Von den Morddrohungen berichtete sie am Mittwoch bei Instagram und teilte mit, sie werde deshalb nicht auftreten. Doch Fernandes bewies erneut großen Mut und stellte sich vor Tausende von Demonstranten auf die Bühne. Allein angesichts ihrer Situation sei es nicht verwunderlich, dass vielen der Mut fehlt, zu sagen, dass ihnen etwas angetan wurde, so Fernandes. Sie fragt sich hingegen: „Warum haben nicht die Täter die Eier zuzugeben, dass sie ihre Frauen digital missbraucht oder gegen eine Wand geschlagen haben?“

Weiter fragt sie: „Warum müssen sich die Frauen hier hinstellen?“ Und an die anwesenden Frauen appelliert Collien Fernandes: „Habt den Mut, habt die Kraft rauszugehen und allen zu erzählen, was passiert ist!“ Das Schweigen solle beendet und Licht in ein großes Dunkelfeld gebracht, die Mauern des Schweigens eingerissen werden.

Luisa Neubauer kritisierte in ihrer Rede Kanzler Merz

Luisa Neubauer kritisierte in ihrer Rede Kanzler Merz

Foto: Marcus Brandt/dpa

Auch Luisa Neubauer bekam Morddrohung

Die Aktion wird auch von Klimaaktivistin Luisa Neubauer (29) unterstützt. Sie schildert, wie ihr ein Mann erst in dieser Woche im Netz mit einem Kopfschuss drohte, sollte er sie auf einer Demo sehen. „Irgendwo hier steht meine Mutter und ich weiß nicht, wie sie das aushält. Ich weiß nicht, wie die Mütter in diesem Land das aushalten“, sagt Neubauer am Abend. Doch es hätten sich so viele Frauen von Collien inspirieren lassen. Sie sei eine davon. Doch in ihren Augen sei Friedrich Merz überfordert. Neubauer: „Was zur Hölle muss denn noch passieren, damit unser Kanzler ein einziges Mal sagt, ich sehe euch, ich höre euch, ich werde mich hinter euch stellen.“

Nina Metzendorff (27, li.) und Lea H. (27) demonstrieren am Donnerstag auf dem Hamburger Rathausmarkt

Nina Metzendorff (27, li.) und Lea H. (27) demonstrieren am Donnerstag auf dem Hamburger Rathausmarkt

Foto: Olaf Itrich

Demonstranten für Gesetzesänderungen

Nina Metzendorff (27) ist mit einer Begleiterin bei der Demo in Hamburg. Sie sagt: „Wir sind müde vom heutigen Umgang mit Frauen. Aber nicht zu müde, um hier zu sein. Gesetze müssen sich ändern, wir müssen endlich geschützt werden. Wir haben so viele Frauen im Umfeld, von denen Nacktfotos verbreitet wurden – ohne jegliche Folgen für die Täter. Scham muss die Seite wechseln.“

2025 traten Christian Ulmen und Collien Fernandes noch als glückliches Paar in der Öffentlichkeit auf

2025 traten Christian Ulmen und Collien Fernandes noch als glückliches Paar in der Öffentlichkeit auf

Foto: picture alliance/Jörg Carstensen/dpa

Mehr Schutz für die Opfer gefordert

Anlass der Demonstration und Hintergrund der aktuellen Diskussion über digitale Gewalt sind schwere Vorwürfe der Künstlerin gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen.
Nach Polizeiangaben wurden 7.500 Teilnehmer angemeldet. Laut Veranstaltern und Polizei kamen rund 17.000.

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Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an, bei der es sich „in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung“ handle. Zudem würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet“.