Die Grenzen der Modelle

Die Studie passt zu einer Entwicklung in der Klimaforschung. Lange lag der Fokus auf Durchschnittswerten. Inzwischen zeigt sich, dass vor allem extreme Ereignisse entscheidend sind. Für Gesellschaft und Wirtschaft sind nicht Durchschnittswerte wichtig, sondern konkrete Ereignisse wie Dürren, Starkregen oder Waldbrände. Der neue Ansatz macht solche Risiken sichtbarer, weil er gezielt besonders empfindliche Bereiche betrachtet. Gleichzeitig zeigt er auch die Grenzen heutiger Klimamodelle. Sie liefern keine exakten Vorhersagen, sondern mögliche Entwicklungen – und die können im ungünstigen Fall deutlich gravierender sein als gedacht.

„Unsere Ergebnisse bedeuten nicht, dass eine 2-Grad-Erwärmung insgesamt so gravierend wäre wie eine deutlich stärkere Erwärmung“, stellt Co-Autor Prof. Dr. Jakob Zscheischler klar. „Vielmehr zeigen sie, dass extreme Auswirkungen in besonders verwundbaren oder gesellschaftlich wichtigen Bereichen auch bei einer Erwärmung von 2 Grad auftreten können.“ Eine Erwärmung von 2 Grad ist damit keine Garantie für moderate Folgen.


Originalpublikation:

Emanuele Bevacqua, Erich Fischer, Jana Sillmann and Jakob Zscheischler. Moderate global warming does not rule out extreme global climate outcomes, Nature