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Die Rettung der Privatbrauerei Eichbaum in Mannheim ist erst einmal geglückt. Doch für die Mitarbeiter wird es trotzdem bitter – die meisten Arbeitsplätze werden wohl abgebaut.
Mannheim – Die Traditionsbrauerei Eichbaum soll mit neuen Investoren weitermachen. Dem haben die Gläubiger auf ihrer Versammlung am vergangenen Dienstag zugestimmt. Das ist aber für die Mitarbeiter trotzdem kein Grund zur Freude, denn zwei Drittel der Belegschaft werden gehen müssen. 200 der insgesamt 290 Arbeitsplätze am Standort Mannheim sollen abgebaut werden. Im Oktober 2025 hatte die Mannheimer Eichbaum-Brauerei den Insolvenzantrag gestellt, im Januar wurde dann das Verfahren offiziell eröffnet.
Brauerei Eichbaum findet Investoren, aber verliert wohl die meisten Mitarbeiter (Archivbild) © Wolfgang Jung/dpaHarter Einschnitt für die Beschäftigten und die Region
Wie eine Sprecherin der Gewerkschaft Nahrung‑Genuss‑Gaststätten (NGG) gegenüber der Bild äußerte, steht noch nicht final fest, wie viele Arbeitsplätze tatsächlich verloren gehen, aber die genannte Zahl wird als realistisch eingeschätzt. Die Gewerkschaft sieht die Notwendigkeit einer Transfergesellschaft, um Erwerbslosigkeit und soziale Härten für die betroffenen Mitarbeiter abzufedern. Der Sozialplan muss aber erst noch ausgearbeitet werden. Umut As, Betriebsvorsitzender bei Eichbam, treffen die anstehenden Kündigungen hart. Er sei dennoch froh, dass es überhaupt weitergeht und die Marke in der Region bleiben kann.
Neue Investoren teilen sich Inlands- und Auslandsgeschäft auf
Zwei Investoren sollen nun helfen, Eichbaum wieder auf Kurs zu bekommen. Wie Uwe Aichele, Geschäftsführer der Brauerei, gegenüber dem SWR bestätigte, soll die Brauerei Park & Bellheimer künftig das Inlandsgeschäft von Eichbaum übernehmen. Der zweite Investor ist noch nicht bekannt, jedoch wird der Finanzinvestor Lafayette Mittelstand Capital mit Sitz in Frankfurt am Main als möglicher Kandidat für das Auslandsgeschäft genannt. Aktuell laufen aber die Verhandlungen noch.
Wohl schon klar ist allerdings, dass Eichbaum sich in Zukunft mit sogenannten „Ready-To-Drink“-Produkten breiter aufstellen wird, die man beispielsweise als alkoholhaltige Mischgetränke anbieten wird. Wie Uwe Aichele gegenüber dem SWR betonte, wird der Turnaround nur mit Bier wohl nicht gelingen.
Traditionsbrauereien haben es heutzutage schwer in Deutschland. Sie kämpfen mit steigenden Rohstoffkosten und einer sinkenden Biernachfrage. Das setzt die knapp 1500 Brauereien im Land unter Druck, wie der Deutsche Brauer-Bund e.V. bereits 2025 berichtete. Die Privatbrauerei Eichbaum aus Mannheim kennen viele als ehemaligen Hersteller der Kult-Malzlimonade „Karamalz“. Eichbaum blickt auf über 345 Jahre Firmengeschichte zurück. (Quellen: Bild, SWR, InFranken) (sts)