Borgholzhausen/Halle. Für eine abgestimmte Zusammenlegung von Instandhaltungsarbeiten zwischen der Deutschen Bahn (DB InfraGO) und der Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück (VLO) an der Haller-Willem-Strecke sprachen sich die Bahnhofspaten beim Treffen mit dem Prokuristen der VLO, Jürgen Werner, aus. Dadurch könne nach eigenen Angaben die Zahl der für die Fahrgäste ungünstigen Ersatzverkehre per Bus verringert werden.
Während die VLO für den Abschnitt Osnabrück-Dissen verantwortlich ist, ist es die DB InfraGO für Dissen-Bielefeld. Für die Nutzung der Trassen werden von dem Nutzer NordWestBahn Trassengebühren an die VLO beziehungsweise DB InfraGO gezahlt, derzeit rund acht Euro für jeden gefahrenen Kilometer. „Die über drei Millionen Euro, die an die DB InfraGO jährlich gezahlt werden, dürfen nicht im Wasserkopf der DB AG verschwinden, sondern müssen in die Strecke gesteckt werden“, fordern die Bahnhofspaten in einer Mitteilung. Schließlich seien Probleme bei Bahnübergängen und Weichen auf Seiten der DB InfraGO häufige Ursache für Verspätungen.
Bei 6 Minuten Toleranz seien aktuell nur 77 Prozent der Züge pünktlich. Die Zuverlässigkeit, dass die Züge fahren, liege bei 94 Prozent. Die von der VLO angebotene Kooperation bei den zweijährlichen Schotter-Stopfgängen sei von der DB bisher nicht angenommen worden, berichtete Jürgen Werner. Wenn die DB weiterhin ihrer Unterhaltspflicht nur zögerlich nachkomme, ist es nach Ansicht der Bahnhofspaten besser, auch den Abschnitt Dissen-Bielefeld in die Hände der VLO zu übergeben. Dann könnte die Streckenunterhaltung aus einer Hand geschehen und auch die seit Jahren bestehenden Langsamfahrstrecken beseitigt werden. Zumindest den Abschnitt Dissen-Westbarthausen will die VLO übernehmen, um dort mit einem Begegnungsabschnitt die Voraussetzungen für den Halbstundentakt zu schaffen. „Mit Unterstützung der Stadt Borgholzhausen sind die erforderlichen Flächen erworben worden und die Planungen für den Kreuzungsbahnhof Westbarthausen befinden sich auf der Zielgeraden“, sagt Werner.
Ziel ist der Start des Halbstundentaktes
Bundestagsabgeordnete mehrerer Parteien seien dabei, die DB AG zur Kooperation zu bewegen. Ziel sei der Start des Halbstundentaktes bis 2030. Dann sollen die neuen batterieelektrischen Triebwagen von Siemens-Mireo auf der Strecke fahren. Auch die Laufzeit des neuen Verkehrsvertrages zwischen dem Verkehrsunternehmen und den Aufgabenträgern LNVG (Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen) und NWL (Nahverkehr Westfalen-Lippe) für die nächsten 15 Jahre soll dann beginnen.
In wenigen Wochen sei die Entscheidung zu erwarten, ob auf Grundlage der Angebote die Nordwestbahn erneut den Zuschlag erhält. Positiv bewerten die Bahnhofspaten die Sauberkeit an den Haltepunkten der VLO, teilt Hartmut Grunwald mit. Ernst Haase forderte für Dissen aufgrund der vielen Kippen einen Kombi-Abfallbehälter für den zweiten Wartestand. Die Initiative Haller Willem (IHW) informiert dazu die zuständige DB Station und Service Bielefeld.
Berichte von Vertretern aus Oesede, Hilter, Wellendorf und Kloster Oesede thematisieren an ihren Bahnhöfen Sauberkeit, Lärm und Technik. In Oesede entstünden nur bei großen Festen übervolle Müllbehälter, zugleich stiegen seit dem Deutschland-Ticket die Fahrgastzahlen. In Hilter beeinträchtigen überrankender Bewuchs und ein Leerstand das Bild; die IHW bittet die Gemeinde um Klärung. Abfräsarbeiten der VLO sollen in Wellendorf den Lärm der Autos mindern, die IHW fordert „Blitzer“ wegen zu hoher Geschwindigkeiten. In Kloster Oesede ersetzen DFI-Anzeiger defekte Uhren. Ab 2027 drohen dort vereinzelte Einschränkungen.