Berlin & BrandenburgGroßangelegte Razzia gegen illegales Glücksspiel
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120 Spielautomaten beschlagnahmt: Wie Berliner Behörden gegen die Schattenwirtschaft vorgehen und warum.
Berlin (dpa/bb) – Bei einer großangelegten Razzia gegen illegales Glücksspiel in Berlin sind 120 Spielautomaten sichergestellt worden. Bei dem Einsatz am 18. März durchsuchten etwa 400 Dienstkräfte verschiedener Behörden 74 Standorte in vielen Teilen der Stadt, wie die Senatsverwaltungen für Inneres, für Justiz und für Wirtschaft mitteilten. Beteiligt waren demnach Dienststellen wie Polizei, Staatsanwaltschaft, Ordnungsämter, Zoll oder Steuerfahndung.
Eine inzwischen vorgenommene Auswertung der beschlagnahmten Geräte ergab, dass mutmaßliche Kriminelle mit Hilfe der Automaten rund 180.000 Euro einnahmen. Diese Summe soll nun im Zuge der sogenannten Vermögensabschöpfung eingezogen werden.
Organisierte Kriminalität
Illegal aufgestellte Spielautomaten sind nach Einschätzung von Ermittlern ein wichtiges Betätigungsfeld der organisierten Kriminalität. Die Geräte generieren Einnahmen und dienen oft auch der Geldwäsche. Der volkswirtschaftliche Schaden geht alljährlich in die Millionen. Eine wichtige Strategie im Kampf gegen solche kriminellen Strukturen ist die Abschöpfung illegal erworbener Vermögenswerte.
Abschöpfung von kriminell erworbenem Vermögen
„Unser Ansatz ist bewusst gewählt: Wir treffen die Täter dort, wo es sie am meisten schmerzt – beim Geld“, erklärte Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) zu dem jüngsten Einsatz. „Wer mit kriminellen Geschäftsmodellen Gewinne erzielt, darf daraus keinen dauerhaften Vorteil ziehen.“ Vermögensabschöpfung sei deshalb ein zentraler Hebel bei der effektiven Kriminalitätsbekämpfung.