Im Fall der von der Schauspielerin Collien Fernandes
erhobenen Vorwürfe der digitalen sexualisierten Gewalt hat die
Staatsanwaltschaft Itzehoe ihre zuletzt ruhenden Ermittlungen wieder
aufgenommen. Nach Prüfung der Medienveröffentlichungen in der Sache
seien die Ermittlungen wieder aufgenommen worden, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Damit
wird nicht mehr nur im spanischen Mallorca, sondern nun auch in Deutschland ermittelt.

Der Sprecher wollte sich nicht dazu äußern, ob sich die Ermittlungen gegen den Ex-Mann von Fernandes,
den Schauspieler Christian Ulmen, richten. „Konkrete Angaben dazu kann
ich nicht machen“, sagte er. Wie der Oberstaatsanwalt mitteilte, werde die
Wiederaufnahme der Ermittlungen zu weiteren Prüfungen führen. Es gehe dabei unter anderem um rechtliche Würdigungen der
Vorwürfe von Fernandes. Ob ein Straftatbestand infrage komme, sei noch offen.

Fernandes war
vergangene Woche mit Vorwürfen der sexualisierten Gewalt gegen
ihren Ex-Mann Christian Ulmen an die Öffentlichkeit gegangen. In
Spanien brachte sie ihre Vorwürfe zur Anzeige. Der Oberste Gerichtshof der Balearen bestätigte auf ZEIT-Anfrage, dass ein Vorverfahren gegen Ulmen geführt werde. Dessen Anwalt teilte mit, es handele sich um eine einseitige Darstellung falscher Tatsachen.

Die Veröffentlichung führte in Deutschland zu einer Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte an,
Gesetzeslücken schließen zu wollen.