Vor dem Hintergrund der kontinuierlichen Erhöhung der Lebensmittelsicherheitsstandards und der Verschärfung der technischen Hürden durch die Europäische Union (EU) stoßen Informationen über die Häufigkeit der Kontrollen von vietnamesischen Drachenfrüchten bei Unternehmen und Erzeugern auf großes Interesse.

Gemäß den geltenden Bestimmungen unterliegt die vietnamesische Drachenfrucht verstärkten Kontrollen nach Anhang II der Verordnung (EU) 2019/1793. Die Kontrollhäufigkeit beträgt 30 % und nicht 50 %, wie fälschlicherweise berichtet wurde. Dieses Kontrollniveau wird an den EU-Grenzübergängen angewendet, um lebensmittelsicherheitsrelevante Faktoren, insbesondere Pestizidrückstände, genau zu überwachen.

Die verstärkten Kontrollen der EU beschränken sich nicht auf die Häufigkeit der Inspektionen, sondern zeigen sich auch in ihrem neuen Ansatz zur Festlegung von Höchstmengen für Rückstände (MRLs). Insbesondere hat die EU ab Ende Januar 2026 von einer risikobasierten zu einer gefahrenbasierten Bewertungsmethode gewechselt. Für Stoffe mit hohem Risiko (wie Karzinogene und endokrine Disruptoren) wendet die EU einen sehr niedrigen Standard-MRL von 0,01 mg/kg an (praktisch nahe null).

Diese Entwicklung setzt Vietnams Agrarexportkette, vom Anbau über die Ernte bis zur Verarbeitung, erheblich unter Druck. Nicht nur Drachenfrüchte, sondern auch zahlreiche andere Produkte unterliegen verschärften Kontrollmaßnahmen, darunter Chilischoten und Okra (50 %), während für Durian eine Beschränkung von 20 % gilt. Passionsfrüchte sind derzeit von diesen Maßnahmen ausgenommen.

Als Reaktion auf die raschen und einschneidenden Veränderungen auf dem EU-Markt haben die nationalen Behörden proaktiv verschiedene Gegenmaßnahmen ergriffen. Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt hat spezialisierte Einheiten beauftragt, die Auswirkungen der neuen Richtlinien zu untersuchen und zu bewerten und gleichzeitig die Anliegen von Kommunen und Unternehmen zu erfassen, um die offiziellen Gespräche mit der EU zu erleichtern.

Aus praktischer Sicht ermitteln die Behörden nach Eingang von Warnungen wegen Nichteinhaltung von Pestizidrückständen umgehend die Quelle, untersuchen die Ursache und übermitteln der EU Berichte über Korrekturmaßnahmen. Gleichzeitig intensivieren sie Schulungen und technische Beratung für Erzeuger und Unternehmen, um deren Fähigkeit zur Einhaltung der Vorschriften zu verbessern.

Diese Bemühungen haben positive Ergebnisse erzielt. Die Anzahl der EU-weiten Warnungen vor Verstößen gegen die Lebensmittelsicherheitsstandards ist deutlich gesunken, von 64 Fällen im Jahr 2024 auf 17 Fälle im Jahr 2025. Dies wird als positives Zeichen gewertet und belegt die Wirksamkeit strengerer nationaler Kontrollen sowie eines verbesserten Bewusstseins für die Einhaltung der Vorschriften entlang der gesamten Produktionskette.

Darüber hinaus haben die vietnamesischen Behörden proaktiv mit der EU zusammengearbeitet, um Vor-Ort-Inspektionen zu organisieren. Die Bewertungsergebnisse zeigen, dass das Pestizidkontrollsystem und die aktive Beteiligung des Privatsektors positiv bewertet wurden. Dies bildet eine wichtige Grundlage für die EU, um künftig eine Anpassung der Inspektionshäufigkeit zu erwägen.

Um Marktanteile in einem anspruchsvollen Markt wie der EU zu halten und auszubauen, besteht die Herausforderung jedoch nicht nur darin, Standards zu erfüllen, sondern auch darin, führend zu sein. Dies erfordert einen starken Wandel hin zu nachhaltiger Produktion, die Reduzierung des Chemikalieneinsatzes, die Stärkung biologischer Maßnahmen und die Förderung des lokalen Managements.

Langfristig wird die Verbesserung der Compliance-Kapazitäten nicht nur dazu beitragen, den Inspektionsdruck an den Grenzübergängen zu verringern, sondern auch dazu beitragen, das Image vietnamesischer Agrarprodukte als sicher, qualitativ hochwertig und verantwortungsvoll zu prägen.

Die Drachenfrucht – eines der wichtigsten Obstprodukte Vietnams – steht unter strenger Beobachtung. Dieser Druck bietet jedoch auch Chancen zur Umstrukturierung und Wertsteigerung vietnamesischer Agrarprodukte auf ihrem Weg zum EU-Markt.

Quelle: https://vtv.vn/thanh-long-xuat-khau-sang-eu-kiem-soat-30-khong-phai-50-nhu-don-doan-10026032713365068.htm