Nach der Sabotage auf der Strecke Leipzig–Döbeln in der Nacht zu Donnerstag ist mittlerweile klar, wie der oder die Täter vorgegangen sind. Wie die Polizei mitteilte, hatten Unbekannte zwischen 22 und 1:45 Uhr die Stellwerkssignale an den Bahnhöfen Beucha und Naunhof so manipuliert, dass sie in alle Richtungen „Fahrt“ anzeigten.

Diese Störung sei laut LKA im Stellwerk nicht automatisch erkannt worden. Die Bahn sperrte Medienberichten zufolge die Strecke in den frühen Morgenstunden nach einem Hinweis durch einen Mitarbeiter. Inzwischen ist sie wieder freigegeben.

Sandsäcke auf Gleisen und gezielte Manipulation der Signale

Mittlerweile stehe auch fest, wie der oder die Täter die Signale manipulieren konnten. Nach Angaben der Bundespolizei waren die Täter unbemerkt auf Signalmasten geklettert und hatten dort Signalkabel umgesteckt. Zusätzlich fanden Einsatzkräfte im Bereich zwischen Beucha und Naunhof gefüllte Sandsäcke, die auf die Gleise gelegt worden waren.

Laut einem Bericht von Tag24 ist es einem aufmerksamen Lokführer zu verdanken, dass es nicht zu einem Zugunglück auf der Strecke kam. Ihm sei demnach die Fehlstellung der Signale gegen zwei Uhr morgens aufgefallen, woraufhin er den Leitstand der Bahn informierte.

Die technischen Sicherungssysteme waren zu jedem Zeitpunkt uneingeschränkt funktionsfähig. Eine unmittelbare Gefährdung für den Eisenbahnbetrieb bestand zu keiner Zeit.

Sprecherin
Deutsche Bahn

Bahn widerspricht Darstellung einer Gefährdung

Die Deutsche Bahn bestätigte die Manipulationen an den Signalanlagen. Ihren Angaben nach seien die technischen Sicherungssysteme „zu jedem Zeitpunkt uneingeschränkt funktionsfähig“ gewesen. Eine unmittelbare Gefährdung für den Eisenbahnbetrieb habe nicht bestanden. Aufgrund der laufenden Ermittlungen wollte sich das Unternehmen nicht weiter äußern. Es würden keine Einschränkungen mehr bestehen.

Terrorismus-Abwehrzentrum ermittelt

Die Höhe des Sachschadens ist noch nicht bekannt. Das Terrorismus-Abwehrzentrum des Landeskriminalamts Sachsen ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Welche Hintergründe die Manipulationen haben, ist zurzeit noch unklar. Wie ein LKA-Sprecher sagte, ist dies Gegenstand der Ermittlungen. Die Behörden bitten die Bevölkerung um Hinweise zur Aufklärung.

Seit einiger Zeit kommt es bundesweit vermehrt zu Anschlägen auf Bahneinrichtungen. In mehreren Fällen hatten sich Linksextremisten dazu bekannt, andere Spuren wiesen in Richtung russischer Saboteure.

Hinweise nimmt das Landeskriminalamt Sachsen unter der Rufnummer 0800 – 855 20 55 entgegen.