Drohnenangriff auf Raffinerie

Nächster Schlag gegen Putins Ölindustrie

28.03.2026 – 03:30 UhrLesedauer: 2 Min.

Brand an Ölreservoirs in RusslandVergrößern des Bildes

Die Ukraine greift verstärkt Raffinerien und Treibstofflager in Russland an. (Symbolbild) (Quelle: Uncredited/Russian Emergency Ministry Press Service/AP/dpa/dpa-bilder)

Die Ukraine greift seit Tagen gezielt Ölanlagen in Russland an. Nun wurde eine Raffinerie weit im Landesinneren getroffen.

Ukrainische Drohnen haben offenbar in der Nacht zum 28. März eine Ölraffinerie in der russischen Stadt Jaroslawl getroffen. Die Anlage gehört zu den fünf größten Raffinerien Russlands und liegt rund 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, wie der Telegram-Kanal Exilenova Plus berichtete.

Der Gouverneur des Gebiets Jaroslawl, Michail Jewrajew, hatte zuvor eine Drohnenwarnung für die Region ausgerufen.

Die Raffinerie in Jaroslawl, rund 230 Kilometer nordöstlich von Moskau, hat laut Exilenova Plus eine Jahreskapazität von mehr als 15 Millionen Tonnen. Die Stadt liegt damit deutlich tiefer im russischen Hinterland als viele bisherige Angriffsziele. In sozialen Medien wurden Bilder von Bränden in der Anlage veröffentlicht. Große schwarze Rauchwolken waren in Videos zu sehen.

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Der Angriff auf Jaroslawl reiht sich in eine Serie von Schlägen gegen russische Ölanlagen ein. Bereits in der Nacht zum 27. März sollen ukrainische Drohnen Ölterminals in den Hafenstädten Ust-Luga und Primorsk im Gebiet Leningrad getroffen haben, wie russische Telegram-Kanäle meldeten.

Es war demnach die dritte Nacht in Folge mit Angriffen auf Energieinfrastruktur in dieser Region. Am 26. März hatte der ukrainische Generalstab bestätigt, dass ukrainische Streitkräfte die Raffinerie Kinef in der Stadt Kirischi im Gebiet Leningrad angegriffen hatten.

Die Ukraine betrachtet Ölanlagen als legitime Ziele, da sie nach Kiewer Einschätzung die russische Kriegsführung direkt finanzieren. Russland leidet unter den Angriffen, aber auch Beschlagnahmungen von Schiffen seiner Schattenflotte.

Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters auf der Grundlage von Marktdaten sind mindestens 40 Prozent der russischen Ölexportkapazitäten aufgrund ukrainischer Drohnenangriffe, eines umstrittenen Angriffs auf eine wichtige Pipeline und der Beschlagnahmung von Tankern zum Erliegen gekommen.

Diese Unterbrechung ist die schwerste Störung der Ölversorgung in der jüngeren Geschichte Russlands, des zweitgrößten Ölexporteurs der Welt, und trifft Moskau gerade zu einem Zeitpunkt, da die Ölpreise aufgrund des Iran-Kriegs die Marke von 100 Dollar pro Barrel überschritten haben.