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Berlin – Tatort Partei-Zentrale der Berliner SPD an der Müllerstraße. Dort soll eine SPD-Abgeordnete einen Genossen angegriffen und bedroht haben. Sie bestreitet das. Folge: interne Ermittlungen.
Der Vorfall wurde dem „Awareness Team“ (für übergriffiges Verhalten zuständig) Ende 2025 gemeldet. Es geht um ein Treffen mehrerer SPD-Funktionäre im Kurt-Schumacher-Haus am 10. September. Im Eingangsbereich traf Kazem Radpasand (62), ehrenamtlicher Chef vom Ortsverein „Panke Kiez“, auf Maja Lasic (46). Sie sitzt für die SPD im Abgeordnetenhaus.
Lasic sei „ersichtlich erregt“ gewesen, schildert es Radpasand in seinem Schreiben an die Partei. Sie habe ihm vorgeworfen, ihr Vertrauen gebrochen zu haben. „Als ich etwas Abstand zu Maja herstellte, holte Maja aus, ergriff meinen Arm und verdrehte ihn schmerzhaft“, heißt es. Dann habe sie gesagt: „Ich bin mit dir noch nicht fertig.“ Der Vorfall sei von mehreren Genossen bemerkt worden. „Einer dieser Zeugen schritt ein, um mich zu unterstützen.“ Später habe Lasic gedroht: „Ich werde dich fertigmachen.“

Kazem Radpasand (62), Maja Lasic (46) und Steffen Krach (46)
Foto: SPD_panke_kiez
Hintergrund des Streits waren Unstimmigkeiten über die Kandidaten-Aufstellung zur nächsten Wahl. Der Kreisverband Berlin-Mitte gilt als hoffnungslos zerstritten.
Auf BILD-Anfrage meldete sich der Anwalt von Lasic. Der spricht von einem „Wortwechsel“ seiner Mandantin mit Radpasand. Anlass sei dessen fehlende Unterstützung für ihre Kandidatur gewesen. „Meine Mandantin hat Herrn Radpasand weder den Arm verdreht noch ihn sonst in irgendeiner Weise körperlich unangemessen behandelt“, so der Anwalt. „Es handelte sich ausschließlich um einen verbalen Konflikt.“ Die Zitate seien so nicht gefallen.

Krach in der eigenen Partei: Steffen Krach (46) will Regierender Bürgermeister werden
Foto: Jens Kalaene/dpa
„Meine Mandantin hat jedoch verdeutlicht, dass die fehlende Unterstützung zu Konsequenzen führen wird, da Herr Radpasand nachweislich nicht die Interessen der Abteilung vertrat“, so der Anwalt weiter. „Meine Mandantin sah direkt im Anschluss an die hitzige Auseinandersetzung ein, dass die Tonstärke nicht angemessen war.“
Das Verfahren des „Awareness Teams“ verlief ins Leere, nun strebt Radpasand ein Parteiordnungsverfahren an. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach (46) dürfte über derlei Krach vor der Wahl nicht erfreut sein.