Am Donnerstag hat die Technische Universität Dresden am Flugplatz Kamenz ihr neues Forschungsflugzeug vorgestellt. Johannes Markmiller, Professor für Luftfahrzeugtechnik und Pilot, hatte die Maschine rund drei Wochen vorher persönlich vom Hersteller Diamond Aircraft aus Wien abgeholt und nach Kamenz geflogen, wie er erzählte.

Erforschung von Wasserstoffantrieben

Mit dem Flugzeug sollen alternative Antriebe erforscht werden, „insbesondere mit Wasserstoff“, sagte Markmiller. „Wir haben aus diesem Grund ein zweimotoriges Flugzeug gewählt, das ausreichend Leistung hat, auch mit einem Motor noch fliegen zu können. Das heißt, wir können mit einem Motor Tests machen und haben immer noch ausreichend Sicherheit“, erklärte er.

Neben der Erforschung von Wasserstoffantrieben eigne sich das Flugzeug auch für Land- und Oberflächenvermessungen, weil es die Möglichkeit habe, Sensorik, zum Beispiel Kamerasysteme und ein Lasersystem, zu integrieren.

Spezialanfertigung für die TU Dresden

Das Flugzeug ist speziell für die Bedürfnisse der Wissenschaft angefertigt worden. Der Rumpf ist so verstärkt worden, dass schwere Wasserstofftanks eingehängt werden können.

Einen Hersteller für die Anforderungen der Wissenschaftler zu finden, sei sehr schwierig gewesen, sagte Markmiller. „Das Flugzeug jetzt dastehen zu haben, ist ein großer Meilenstein für uns. Wir freuen uns sehr.“

Wie viel hat das Flugzeug gekostet?

Die Kosten des Fliegers belaufen sich nach Angaben der TU auf rund drei Millionen Euro. Das Projekt wird demnach aus Mitteln der Europäischen Union und des Freistaates Sachsen bis 2027 mit insgesamt 4,6 Millionen Euro gefördert. Das übrige Geld soll für Wasserstoff-Flugmotoren, Infrastruktur und Sensorik genutzt werden.

Kamenz wegen Fluginfrastruktur gewählt

„Man braucht eine gewisse Infrastruktur, um ein solches Flugzeug sicher betreiben zu können. Es muss regelmäßig gewartet und überprüft werden“, sagte Markmiller. Die entsprechenden Betriebe und die notwendige Infrastruktur seien in Kamenz vorhanden.

Künftig wird am Standort Kamenz eine eigene Tankstelle für „nachhaltige Flugkraftstoffe“ und Wasserstoff zur Verfügung stehen, teilte die TU Dresden mit.