Werther. Die Stadtverwaltung wusste zwar, dass es möglicherweise schnell gehen muss. Aber so schnell? „Das wird auf jeden Fall sportlich“, fasst Werthers Hauptamtsleiter Guido Neugebauer im Gespräch mit dem Haller Kreisblatt zusammen. Denn wenn die Stadt Fördergelder für die Sanierung ihres Freibads haben will, muss sie den Förderantrag bis spätestens zum 19. Juni auf den Weg bringen. Das wurde am Dienstagabend in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses öffentlich.
Wie berichtet hatten Politik und Verwaltung bereits vor Monaten das Freibad in den Blick genommen. Denn so beliebt die Sportstätte ist, so veraltet ist sie. So muss die Stadt schon seit Jahren jährlich zwischen 15.000 bis 20.000 Euro allein in deren Erhalt stecken. Eine erhebliche Summe, die in den kommenden Jahren eher höher als niedriger ausfallen dürfte. Entsprechend stellt sich die Frage, ob das Bad in seiner jetzigen Form erhalten bleiben, ob es grundlegend saniert oder sogar neu gebaut werden soll.
Weil das Thema unter den Nägeln brennt, fand dazu bereits Mitte Januar ein Workshop statt, an dem neben Politik und Verwaltung auch Vertreter des Freibadfördervereins, des Stadtsportverbands und der Schulen beteiligt waren. Oberstes Ziel war zu überlegen, wie das Bad zukunftsfähig gemacht werden kann. Bereits 14 Tage später stand das Thema auf der Tagesordnung des Sportausschusses.
Stadt Werther muss „wirklich Gas geben“
Hauptamtsleiter Guido Neugebauer nennt das Zeitfenster zur Antragstellung „ganz schön sportlich“.
| © Anja Hanneforth
Und schon an diesem Termin war angekündigt worden, dass der Bund das Förderprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ auflegen würde. Mit dem beachtlichen Volumen von 333 Millionen Euro für Sportstätten im Allgemeinen und weiteren 250 Millionen Euro für Schwimmbäder im Besonderen. Dass allerdings die Frist zum Einreichen des Förderantrags so kurz sein würde, damit hatte im Rathaus wohl niemand gerechnet.
„Der 19. Juni heißt, dass wir wirklich Gas geben müssen“, sagt Guido Neugebauer daher. Zumal ja auch noch die Osterferien dazwischenlägen. „Aber wir werden auf jeden Fall versuchen, uns daran zu beteiligen.“ Wie er ausführt, stehe eine 45-prozentige Förderung aus Berlin in Aussicht. Geld, das sich Werther nicht entgehen lassen möchte.
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„Vor allem das Becken selbst hat es dringend nötig. Damit es funktionstüchtig bleibt, stecken wir jedes Jahr viel Geld hinein“, bilanziert Neugebauer. Und auch wenn die Filteranlage erneuert worden sei, so gäbe es auch im technischen Bereich deutlichen Sanierungsbedarf. „Etwa bei den Pumpensystemen, um nur ein Beispiel zu nennen.“
Hauptamtsleiter sieht zwei Gründe für Optimismus
Optimistisch stimmen Neugebauer zwei Dinge: Dass man erstens ja schon vorgearbeitet habe und es bereits Daten gebe, was etwa den Unterhaltungsaufwand des Bades und die Schwachstellen angeht. Und dass man zweitens beim Stellen des Förderantrags bis Juni zunächst nur grob skizzieren muss, was man sich vor Ort vorstellt. „Der detaillierte Antrag muss dann erst im Herbst gestellt werden.“ Entsprechend hält Neugebauer die Einhaltung der Frist zwar für knapp, aber machbar.
Ob sich Werther dabei allerdings Unterstützung durch ein externes Fachbüro holt oder das Projekt aus den eigenen Reihen stemmt, kann der Hauptamtsleiter noch nicht sagen.
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