Stand: 28.03.2026 15:43 Uhr

In ganz Deutschland gehen aktuell Menschen gegen digitale sexualisierte Gewalt und für einen besseren Schutz von Frauen auf die Straße. Auch in Lübeck und Kiel gab es Aktionen.

Eine Menschenmenge bei einer Demonstration

Mehr als 100 Menschen kamen zu der Demonstration auf den Lübecker Markt.

Täuschend echte Nackt-Videos, manipulierte Bilder, Drohungen – so kann digitale Gewalt im Internet aussehen. Spätestens seit dem Fall Collien Fernandes ist das Thema überall präsent. Am Freitagnachmittag fand deshalb eine Demonstration auf dem Lübecker Markt statt, in Kiel nun am Sonnabend. An einer Kundgebung auf dem Rathausplatz beteiligten sich etwa 250 Menschen.

Organisator fordert Gesetze für Frauen

Menschen demonstrieren auf dem Kieler Rathausplatz.

In Kiel waren etwa 250 Menschen auf der Straße.

Man müsse laut sein und „einstehen für eine Welt, in der sich jeder frei bewegen kann“, sagte Kalle Demmert, Landessprecher der Grünen Jugend, der die Demonstration in Lübeck mitorganisiert hatte. „Es geht ja auch darum, gesellschaftlichen Druck aufzubauen auf die Bundesregierung, die den Schutz von Frauen immer weiter vertagt.“ Es bräuchte Initiativen und Gesetze, die Frauen schützen, forderte er. Aufgerufen zu der Kundgebung hatten die Jugendorganisationen von Grünen, SPD und Linken sowie verschiedene zivilgesellschaftliche Organisationen.

„Wir sind wütend“

Ein Plakat bei einer Demonstration mit der Aufschrift "Es reicht!"

Es gehe bei der Demonstration in Lübeck auch darum, gesellschaftlichen Druck aufzubauen, sagte ein Organisator.

Zu der Kundgebung in Kiel hatte die Frauenrechtsbewegung Women*Move aufgerufen. Die Mitorganisatorin Shamsia Azarmehr sagte: „Wir sind wütend.“ Deshalb schrien und tanzten die Demonstrantinnen und Demonstranten eine Minute lang gemeinsam. Auch für den nächsten Mittwoch ist laut Polizei in der Landeshauptstadt eine Demonstration auf dem Stresemannplatz geplant.

Öffentlichkeit nach Spiegel-Recherchen

Vor einer Woche veröffentlichte das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ eine Recherche über Collien Fernandes. Darin wirft sie ihrem Ex-Mann unter anderem vor, jahrelang im Internet Deepfake-Pornos von ihr publiziert zu haben. Der Anwalt des Ex-Mannes spricht von unzulässiger Verdachtsberichterstattung und kündigte rechtliche Schritte an. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Eine Abbildung von virtuellen Menschen aus Zahlen.

Immer häufiger tauchen manipulierte Videos und Fotos im Internet auf – sogenannte Deepfakes. Sie können bei den Betroffenen großen Schaden anrichten.

Demo-Vorbereitung

In Hamburg werden heute Tausende zu einer Solidaritätsdemo für Collien Fernandes erwartet. Die Organisatorinnen hoffen auf strukturelle Veränderungen.